Dienstag, 1. Mai 2012

Krank im Kopf.

Fuck. Was mache ich eigentlich? Wie kann man sich nich mehr erkennend fühlen, wenn man sich selbst nie wirklich kannte? Ich bin so, wie ich nicht sein wollte. Was womöglich auch keiner will. Aber was sie nicht wissen... was sie nicht merken... / 

Ich habe angefangen, seit neustem, Tabletten zu schlucken. Mindestens eine am Tag, gerne auch mal mehr, aber mein Vorrat ist bald leer. Es reicht mir nicht. Ich brauche mehr. Langsam bekomme ich zwar die Nebenwirkungen zu spüren, aber das stört mich nicht weiter. Kaufe den nächstbesten Vodka, spüle nach. Die Betäubung setzt ein, es reicht mir nicht. Ich will mehr. Frage mich, wie ich überleben soll, frage mich, was mach ich eigentlich?! Was will ich damit erreichen, auf welcher Suche bin ich, wie soll ich die Albträume vertreiben, das Trauma, die fest verankerten Schmerzen. Hänge an einem seidenen Faden, reiße ich ab, stellt es mich zufrieden? Darf ich mich okay fühlen, wenn ich Pille für Pille schlucke? Darf ich mich okay fühlen, wenn mich die Übelkeit und die Benommenheit darauf erfasst? Darf ich mich okay fühlen, wenn ich mich wieder erbreche, weil ich versuche alles aus mir herrauszukratzen? Darf ich mich okay fühlen, wenn ich versuche mich stetig zu zerstören? Aber wozu, ich frage mich, wozu. Ich kann nicht aufhören. Will ich das überhaupt? Ich glaube, nein. Wie kommt es, dass ich jedem männlichem Geschöpf meinem Körper entgegenstrecke, obwohl mich jede einzelne Berührung verbrennt. Ich winde und wehre mich innerlich dagegen, doch ich kann nichts tun, es ist, als würde mich irgendwas von irgendwoher lenken. Danach schlucke ich wieder. Ein Versuch mich nicht weiter dreckig zu fühlen. Jede einzelne intime Berührung bringt mich über meine Grenzen. Lässt mich ein wenig mehr sterben. Körperliche Schmerzen lassen mich erzittern. 


Ich bin nicht gut. Gut genug für jeden einzelnen dort draußen. Die Bestätigung dafür bekam ich letzte Woche nochmal. Von meiner besten Freundin. Es kam natürlich zum Streit und wie vorhergesehen die heftigen Vorwürfe. Ich würde nicht sehen, wie ich ihr mit jeder meiner Tat wehtue. Wie schwer sie es doch hat, mit der Arbeit, mit ihrem Freund. Ihr Onkel sei gestorben. Von ihr käme soviel und von mir nichts. Ich würde nur mit anderen unterwegs sein und alles wäre mir wichtiger, nur sie nicht. Sie hat Recht. Ich bin keine gute Freundin. Ich bin nicht genug für andere da. Für sie. Und fast hätte ich sie an diesem Tag verloren, nur wegen meiner Dummheit. Genau noch in diesem Augenblick, als sie da war, schluckte ich im Nebenraum sechs schöne Pillen, das Einzige was ich noch hatte, lief danach hin und her, durch die ganze Wohnung. Sie kam und teilte mir mit, sie würde nun gehen, mich würde sowieso alles kalt lassen. Ich bin ein Stein. Kalt, leer, böser Blick, ohne Gefühle. Ich war es nicht wert, dass sie doch noch blieb, sich von mir anhören musste, wie es mir wirklich geht, wir redeten, und es am Ende doch noch geklärt wurde. Aber ich glaube, meine Worte haben sie nicht erreicht. Doch ihre Worte haben mich erreicht, klar und deutlich. Es zieht mich runter. Ich war am Wochenende unterwegs, und sie hat mir wieder ein schlechtes Gewissen gemacht, schrieb mir, sie hätte kein schönes Wochenende und ich solle es genießen. Am besten ich bleib die nächsten Wochen nur noch Zuhause, für sie erreichbar und mach am besten nichts mehr falsch. Aber wahrscheinlich wäre selbst das für sie falsch. Ich fühle mich so falsch... irgendwann verliere ich sie noch, und dann? Und dann? ....... 
Jeder verlässt mich... irgendwann gehen alle..

Ich brauch jetzt noch etwas. Nur eine noch. Obwohl mir so schlecht ist. Vielleicht werde ich mich heute Nacht noch übergeben, wer weiß. Ich bin krank im Kopf. Sollte ein Zettel auf der Stirn kleben haben mit der Schrift; Haltet euch fern von mir, ich bin nicht gut, ich bin krank im Kopf.

1 Kommentar:

  1. oje hey das hört sich garnicht gut an...was sind das für tabletten? hör auf damit! das kann so schnell nach hinten los gehen.
    ich wünsch dir ganz viel durchhaltevermögen und dass es dir bald wieder besser geht.du bist ein tolles mädchen dass so etwas nicht nötig hat.
    viel glück

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