Mittwoch, 24. Oktober 2012

Unsichtbar. Völlig. Das wär´s.

Die Klingen versteckt in meinem Geldbeutel. In der kleinen Seitentasche. Jeden Tag trage ich sie bei mir. Egal wohin ich unterwegs bin. Sie geben mir ein klein wenig Sicherheit. Auch wenn er absolut dagegen ist, gegen jede Art der Selbstverstümmlung. Ich kann Narben nicht vor ihm verstecken. Ich kann ihn nicht anlügen. Jede Lüge würde mir das Herz bei ihm brechen. Es ist über ein Monat her, als ich bei meinem Hausarzt das Thema "Therapie" angesprochen habe, was mir sehr viel Mut & Kraft gekostet hat. Das Kärtchen mit der Telefonnummer der Therapieplatzvermittlung, was man mir überreicht hat, liegt noch immer in meinem Geldbeutel. Meine Telefonangst und die Tatsache, ich müsste offen sprechen, macht mir Panik. Ich fühle mich erbärmlich, darüber, dass diese Angst größer ist, als das ich etwas dafür tue, dass es mir vielleicht irgendwann wirklich besser gehen könnte. Was sollte ich sagen? Wie stelle ich mich vor? Was suche ich? Gibt es vielleicht auch jemanden, dem ich anvertrauen könnte, dass ich eine Therapie machen will. Das stelle ich mir um einiges einfacher vor. Das ich vielleicht einen kleinen "Schubs" brauche. Ein bisschen Motivation und Ermunterung. So ganz alleine fühle ich mich hilflos. Vorallem fühle ich mich wiedermal so unglaublich leer. Ich wandle wie eine kleine Irre umher, bin eingeschüchtert von den ganzen Menschen auf dieser Welt, und habe es gerade erst hinbekommen, nur noch mit erhobenen Kopf und nicht mit gesenktem durch die Außenwelt zu laufen. Auch wenn es mir meistens schwer fällt, weil ich das Bedürfnis habe, mich einfach nur zu verkriechen. Unsichtbar zu sein. Völlig.

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