Nackte Angst packte mich und schüttelte mich. Und dann sprang er auf, der verdammte Koffer, mit seinem verdammten Inhalt. Wie eine Bombe explodierte er, schlug mit all' den Wahrheiten zu, die ich in ihn hineingestopft hatte. Jede einzelne flog mir um die Ohren. Ich fiel auf die Knie, versuchte, sie wieder aufzuraffen, wühlte in den gottverdammten Wahrheiten meines Lebens herum. Sie waren so widerlich, ich mochte sie kaum anfassen. Verzweifelt versuchte ich, sie in den Koffer zurückzustopfen, aber sobald ich den Deckel zudrückte, schnappte er wieder auf. Alles flog heraus, wieder schmiss ich sie hinein, warf mich darauf, um mit aller Macht dem Deckel gegenzuhalten, und er, was machte er? Er sprang mit Leichtigkeit zurück und warf mich gegen die Wand. Zitternd blieb ich in der Ecke liegen.
"Das ist die Wahrheit, die Realität, in der du lebst!," schleuderte mir der Koffer hinterher.
Schöner Text, sehr schön geschrieben. Tja die Wahrheit will man oft nicht sehen oder hören, da sie eben einfach ganz direkt und unverblümt alles offenbart. Aber dementsprechend kann und sollte man dann auch mit ihr umgehen und versuchen nicht vor ihr wegzulaufen. Wie Brecht schon schrieb: ""Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!"
AntwortenLöschennein, das kann man leider nicht. aber man kann ein wenig an ihr verändern... hattest du dir das mit der therapie nochmal überlegt?
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