"Dann mach das mal...sag mir wann, ich komme gerne mit...du musst langsam mal anfangen, wie ein normaler Mensch zu leben, ohne Ängste und alldem drum rum...du bist schon 18, lass dein Leben nicht von sowas bestimmen..du bist nicht allein, ich stehe immer hinter dir und wenn ich früh genug weiß wann deine Termine sind, komme ich immer mit. Und darüber zu reden ist nicht grauenvoll, sondern hilfreich. Mit reden kommt man weiter als mit schweigen."
Die Worte meiner besten Freundin. Ist ja eigentlich schön zu wissen, dass es jemanden gibt, der für einen da ist, oder? Aber ich kann mich noch recht gut an ihre Worte vor einem Jahr an Silvester erinnern. Als ich im kalten Schnee zusammengebrochen bin, geweint & mich geschnitten habe. Das Blut auf meine Hose tropfte, sie schon den Krankenwagen rufen wollte, weil ich außer mir war. Und ihre Worte waren: "Wenn du nicht damit aufhörst, bin ich weg." Es hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen, als mir wiedereinmal bewusst wurde, dass mir gedroht wird, nur weil ich anders bin. Weil ich so bin wie ich bin. Weil ich lebe. Und wenn ich mit ihr zu ProFamilia gehe und mich Menschen womöglich zum ersten Mal seit zwei Jahren fragen, wie es mir geht und ich antworten würde, dass ich mir gerne eine Kugel ins Herz schießen würde und mich dafür bis in alle Ewigkeit selbstzerstören möchte, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie ruhig bleiben kann. Warum werde ich denn immer unter Druck gesetzt? Warum verstehen die Menschen nicht, dat man damit nur das Gegenteil erreicht? Das ich dann darauf scheiße, mir helfen zu lassen. Ich bin ein Monster. An mir wurde herumgestochert und somit ein halbes Leben aus mir herrausgerissen. Irgendwo in mir drin bin ich verblutet und gestorben. Und das nur, weil Menschen auch böse sein können, weil sie drohen, einen unter Druck setzen & zwingen. Soviel Macht hatten sie über mich und heute habe ich Macht über mich. Ich kann mich verstümmeln, ich kann mich kaputt machen, ich kann so krank wie ich bin bleiben, ich kann verweigern mir helfen zu lassen, ich kann mich bestrafen, ich kann mir die Seele aus der Haut schneiden, ich kann alles. Soviel Macht. Aber das macht es nicht rückgängig, das macht nichts besser. Nur noch schlimmer. Und seit langem habe ich wieder das Bedürfnis zu weinen, alles rauszuschreien, laut zu sein, nicht heimlich. Das Bedürfnis mir alles Essen rauszukotzen und zu erbrechen. Das Bedürfnis wieder nichts zu essen, um zu leiden. Das Bedürfnis mir alles selbst kaputt zu machen, was ich mir am aufbauen bin. Das Bedürfnis mich zurückzuziehen, abgeschottet von der Welt. Aber was bringt es? Was bringt was? Was bringt es zu leben? Ich hasse mich. Für alles.
"Wielange willst du das noch raus schieben? Wenn du das nicht in die Hand nimmst, dann ich... dieses ewige hinaus schieben....und deine Ansicht zur Welt, das ist doch Bullshit. Mach was, sonst gehen deine letzten Vertrauen auch von dir."
Das meine ich. Schon wieder diese versteckte Drohung. Jetzt bin ich erfüllt von Angst und hasse mich noch mehr. Das ich es nicht auf die Reihe bekomme, irgendwo anzurufen wegen einer Therapie. Das ich es nicht auf die Reihe bekomme, bei ProFamilia anzurufen, um vorbeizukommen. Das muss alles strukturiert sein. Ich muss aufschreiben was ich sage. Es tausendmal durchgehen. Mir sicher sein. Bereit sein. Den richtigen Moment wählen. Ich fühle mich so schlecht. Ich schaffe es nicht. Ich hasse mich so sehr.

Ach Liebes..
AntwortenLöschenIch kenn das alles zu gut.
Aber halt durch.
Auch wenn alles so schwer ist im Moment,
es gibt Leute die werden IMMER zu dir halten.
Du bist ein wundervoller Mensch,wirklich.
Du solltest dich nicht hassen.
Liebste Grüße,
ich denke und glaube an dich.
Madness.
Madness hat recht.
AntwortenLöschenAber lass dich nicht unterkriegen.
Halt durch !
Grüße,
ich glaube auch an dich und, auch wenn wir uns nicht kennen ich steh hinter dir.
Caro ♥
"normaler Mensch" - bist du das etwa nicht auch? und "schon 18" - das ist doch keine altersfrage... du bist kein monster. und du bist nicht schlecht, nur weil du es nicht schaffst, dir hilfe zu holen. du hast bestimmt angst und zweifel und die drohungen machen es nicht besser.
AntwortenLöschen"Bullshit" sind deine Ansichten zur Welt auch nicht - Frechheit. aber mit einem hat sie recht: reden bringt langfristig mehr als schweigen. und irgendwann wirst du dich noch mehr dafür hassen, wenn du es nicht nocheinmal probierst...
mach dir stichpunkte, aber nicht zu viele gedanken. "den" richtigen moment wird es nicht geben, aber jeder moment der früher ist ist besser als ein späterer. du packst das ganz bestimmt. ♥
Ich glaube nicht, dass Deine Freundin es böse meint. Solche Aussagen sind mit Sicherheit ein Zeichen ihrer eigenen Hilflosigkeit.... es ist für sie sicher auch schwer mit anzusehen, dass es Dir schlecht geht. Vielleicht denkt sie, durch solche versteckten "Drohungen" Dir einen kleinen Tritt in den Hintern verpassen zu können, damit Du Dir Hilfe holst.
AntwortenLöschenKannst Du denn nicht offen mit ihr darüber sprechen, dass Druck eher das Gegenteil bei Dir bewirkt? Reden ist eigentlich immer das WIchtigste, egal worum es geht.
Und Du bist nicht "schon" 18 sondern "erst" 18 - das heißt, das ganze Leben liegt noch vor Dir. Deshalb kann ich mich Phoenix' Worten nur anschließen, lieber heute zu handeln als morgen. Um so schneller geht es Dir wieder besser :-)
LG :-)