Angst, Angst, Angst. Vor allem und jeden. Jeden Tag spürt sie diese Angst. Manchmal denkt sie, dass sie wahnsinnig geworden ist. Denn ihr Puls kapselt sich jedes Mal so hoch, dass ihr sogar das Atmen schwer fällt. Die Angst. Sie ist immer gegenwärtig. Das Leben wurde zu einer Strafe. Zu einer ewigen Strafe des Nichtseins. Und es gibt keinen Fluchtweg, wo sie einfach mal so hindurch schlüpfen kann. Keinen Fluchtweg vor der Angst. Keinen Fluchtweg vor dem Schmerz, vor der Leere, vor den abschreckenden Gedanken. Sie wird selber mehr und mehr gefoltert. Die Schreie - still. Keine einzige Träne lässt sie zu. Sie kann es nicht. Hat es verlernt. Und wenn sich doch mal etwas anbahnt, unterdrückt sie es, mit der Angst vor den Gefühlen, die hochsprudeln könnten. Sie ist kalt, eiskalt. Ein Eisbrocken. Sie hat gelernt, dass man nur so hier überlebt. Ohne Gefühle und doch dringen einige Gefühle unterbewusst zu ihr durch. Sie kann sie nicht aufhalten. Schuldgefühle tauchen auf. Benebeln ihre Sinne. Das sie sich nicht einmal zusammenreißen kann! Sie hasst sich!
Sie schreit sich innerlich selbst an. Haut den Kopf gegen die Wand, bis ihr schwarz vor Augen wird.
Sie muss sich selber bestrafen. Haut nochmal zu.
Und wenn die Kopfschmerzen am nächsten Tag noch da sind, weiß sie, sie hat alles richtig gemacht.
Dieser Hass...
Sie will raus, raus aus dem Schneckenhaus, in dem sie gefangen ist. Doch irgendwie sieht sie es auch als ihre eigene Welt an. Eine Welt, die sich nach und nach aufgebaut hat. Eine Welt in der die Dunkelheit regiert und die Einsamkeit einen erdrückt. In der die Monster und Dämonen die Macht haben. Die von ihr Besitz ergriffen haben. Anders kann sie es nicht erklären. Einerseits will sie ausbrechen, andererseits will sie sich nicht von trennen. Weil es ihr auch ein klein wenig Schutz bietet, vor der Realität, vor den grausamen Menschen in der anderen wirklichen Welt. Sie braucht das alles. Sie braucht die Bestätigung, dass sie das alles verdient hat. Und diese hat sie immer wieder bekommen. Seitdem lehnt sie alles ab. Will nicht hören, nicht sehen, nicht fühlen. Lässt sich nichts einreden. Alles was sie denkt, ist richtig so.. es wurde bestätigt von all denen, die ihr beistehen wollen. Warum soll sie sich dann noch zulabern lassen? Wenn sie alles was sie wissen musste, schon weiß? Es gibt nichts, was all das ändern kann. Sie lebt in ihrer Welt und vergisst dabei völlig weiterzuleben. Sie sieht nicht, was andere versuchen. Ihretwegen. Sie sieht es nicht mehr.
Sie hat ihre Bestätigung und bleibt gefangen im Schneckenhaus...x x x x

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