Montag, 18. April 2011

Ich will hier raus, - Bitte!

In einer Woche kommt meine Schwester. Hoffentlich findet sich etwas Zeit für uns beide zum Reden. Mit ihr kann ich das unglaublich gut, weil sie mich wirklich versteht. Finde ich ein bisschen komisch. Zuerst einmal der Altersunterschied... 17 Jahre liegen zwischen uns, und dann das ich auch nur mit ihr offen reden kann. Eigentlich kann ich das gar nicht. Geweint habe ich noch nie in einem Gespräch, aber es fiel mir sichtlich schwer, es ist mir einfach unangenehm in ihrer Gegenwart. Aber sie hat irgendwas an sich, dass mir zu verstehen gibt, dass ich ihr vertrauen kann. Das sie auch wirklich interessiert ist an mir und auch zuhört. Und genau dieses Gefühl habe ich bei den wenigsten. Bei keinem eigentlich. Sie weiß auch nicht alles. 
Soweit bin ich nicht, dass ich locker über meine Gefühle reden kann. 
Das fiel mir immer schwer, weil ich Angst habe zu weinen, denn dies würde mich enthüllen. 


Ich will es gerne anders machen. Ich möchte es besser machen und alles ändern. Möchte mich befreien und es versuchen. Aber immer und immer wieder stellt sich diese eine Frage, will ich das überhaupt? Will ich mich aus meiner Hilflosigkeit und den Depressionen befreien? Lässt dies meine Angst überhaupt zu? Angst vor neuen Zeiten. Angst davor etwas anderes als Trauer zu empfinden. Eigentlich will ich das gar nicht, doch ich weiß, dass es anders werden muss, damit es besser wird. Aber wieder - will ich das es besser wird? Ich hab zu große Angst vor und ich weiß nicht mal, warum ich Angst davor habe. Es ist so verzwickt das mir der Kopf dröhnt, wenn ich zulange drüber nachdenke, wenn ich zu tief in den Wurzeln wühle. 

Und auch wenn diese Frage total dämlich und bescheuert ist: 
Wenn es anders wird, wenn bessere Zeiten aufkommen, waren dann meine vernarbten Arme umsonst? Ich weiß nicht wie ich mir gerade diese Frage stellen muss. Sie schoss mir einfach in den Kopf. Meine Gedanken sind wie ein Hurrican. Ich weiß nicht was ich denken soll, was davon wahr ist und was eine Lüge von mir selbst, wer ich bin und wo ich hingehöre, was die Klingen unter meinem Kopfkissen zu suchen haben, ob ich durchdrehe oder ob ich mich schon längst verloren hab?

Ich will einfach nur hier raus. 

1 Kommentar:

  1. so dumm es sich anhört. ich finde nicht, dass deine vernarbten arme umsonsten waren, wenn bessere zeiten kommen. es ist deine vergangenheit, die nicht nur innerliche, sondern auch äußerlich bei dir spuren hinterlassen hat. ich weiß, es ist so eine beschissene situation, aber ich hoffe so sehr, dass es dir bald besser geht.

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