Ich muss anfangen darüber zu schreiben. Hab ja sonst keinen zum reden. Als hätte ich nichts besseres zu tun. Aber warum beschäftigt mich das überhaupt? Ich muss über uns schreiben. Über ihn. Auch wenn es das alles gar nicht wert ist. Die Zeit hat sich weiter gedreht. Wir haben uns alle auseinander gelebt. Sind andere Menschen. Nicht mehr die, die wir mal waren. Und was meinen Ex betrifft, weiß ich nicht wohin mit den Gedanken. Er ist es nicht wert. Er ist meine Vergangenheit, das wars auch. Jedoch frage ich mich eins: Bin ich die Einzige von uns beiden die dauernd darüber nachdenkt, oder bin ich wieder nur auf einen ausgezeichneten Lügner reingefallen, was seine Worte betreffen? Mein Gott, ich darf gar nicht nachdenken über das alles. Gar nicht denken. Ich weiß nicht warum, aber ich bekomm es einfach nicht abgeschüttelt. Wenn nur irgendwer darüber Bescheid wüsste.. ich will es mir gar nicht ausmalen. Soviele Dinge sind damals geschehen. Sooft war ich naiv und bin aus denselben Typ reingefallen. Jeder hat es vorausgesehen. Jeder hat versucht mir einzureden. Aber ich folgte meinem Herz. Und sooft standen sie letztendlich doch hinter mir. Aber jetzt hat sich die Zeit weitergedreht. Zwei Jahre sind vergangen. Wir haben uns alle verändert. Auch sonst habe ich immer mit den Anderen mitgelästert wenn es um ihn ging, denn er ist wirklich ein Spast. Ein ekelhafter Spast. Aber das bringt mich nicht weiter. Ich habe keine Lust mehr mich drüber aufzuregen, drüber zu lästern, drüber zu lachen. Und das alles nur wegen diesem einen Abend. Wofür sich vermutlich jeder von mir abwenden würde, weil jede einzelne Person weiß, was damals geschehen ist. Wie alles abgelaufen ist. Wie sehr ich verletzt wurde und wieoft ich doch wieder drauf reingefallen bin. Ich habe über ein Jahr gebraucht um über diesen Menschen hinwegzukommen. Davor habe ich es auch schon viele Monate versucht. In den Zeiten wo wir getrennt waren. Dann jedoch kam er immer wieder an. Mit seiner Masche. Er habe sich geändert, könnte mich nicht vergessen, liebte mich noch und würde alles besser machen. Und wir versuchten die Scherben unserer Beziehung erneut zusammenzukleben. Es funktionierte nicht. Wie auch? Klar, wir hatten viele schöne gemeinsame Zeiten miteinander und ich habe ihn wirklich geliebt, so sehr. Aber die schrecklichen Zeiten überwiegten einfach. Nach der Trennung träumte ich noch viele Monate von ihm. Auch dann noch als alle dachten, ich sei drüber hinweg.
Ich schwieg. Das tue ich heute noch.
Ich schwieg. Das tue ich heute noch.
Und das ist unsere Geschichte.
Denn die Träume kommen zurück. Ich frage mich, war es das wert? War es dieser Abend wert? Wir passen nicht mehr zusammen. Er ist grundverschieden. Zwar haben wir auch einiges gemeinsam. Vorallem aber hat er auch zuviele Eigenschaften, die dagegen sprechen. Ich denk mir aber in diesen Zeiten, vielleicht gehöre ich zu solch kaputten Menschen. Vielleicht kriege ich nichts anderes, weil ich einfach grundhässlich bin. So fühle ich mich auch. Aber irgendwas... irgendwas zieht mich wie ein Magnet zu ihm. Ich hasse mich dafür. Weil ich mich schäme wegen. Schon in den letzten Wochen unserer Beziehung damals habe ich mich geschämt, für ihn. Das klingt vermutlich hart und ich weiß nicht, ob es mir leid tuen soll, aber so ist es. Deswegen könnt ich mir jetzt einfach den Kopf irgendwo gegen schlagen. Weil ich darüber jetzt nachdenken muss. Warum jetzt? Warum aufeinmal? Das hätte niemals passieren sollen. Was an diesem Abend passiert ist, hätte gar nicht erst existieren sollen. Das tut es aber. Es steht nun im Raum. Vorallem zwischen uns. Man merkt es ihm vielleicht nicht an, aber ich sehe es. Oder täusche ich mich wiedermal nur? Er hat an diesem Abend angefangen. Er war nicht betrunken, nicht mal angetrunken. Ich war betrunken, aber ich hab auch nicht angefangen. Spielt das eine Rolle? Ich habe es zugelassen. Ich habe es zugelassen, dass er mich zu sich rangezogen hat. Ich habe es zugelassen, dass wir uns tief in die Augen geschaut haben. Ich habe es zugelassen, dass er mit seinen Lippen näher kam, mich plötzlich küsste und ich erwiderte. Ich habe es zugelassen, dass wir uns plötzlich auf den Boden befanden und uns wild küssten. Ich habe es zugelassen, dass er mich auf seinen Schoß zog und ich habe es zugelassen, dass wir an diesem Abend mehrmals über uns und das was passiert ist, redeten.
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Kann mir mal einer sagen was ich da bitte angerichtet habe? Ich erkenn das Ausmaß nämlich noch nicht ganz. Bzw ich erkenn es, aber kann es nicht begreifen, will es nicht begreifen. Bloß nicht. Ich will mich eigentlich gar nicht damit beschäftigen. Muss ich aber, wenn ich Antworten suche. Was habe ich dabei gefühlt? Vor der Frage habe ich Angst. Denn ich hab mich gut gefühlt. Als wär das, was ich jahrelang vermisst habe, einfach wieder da, als wäre es nie weg gewesen. Ich hasse mich dafür. Würde ich es wiederholen? Ja. Am liebsten würde ich nein schreiben, aber das wäre eine Lüge. Worüber ich mal in den letzten Tagen nachgedacht habe, ist, dass ich eigentlich gar nicht ihn vermisse, sondern die Zeiten. Die alten Zeiten mit ihm. Unsere Zeit, die längst abgelaufen ist. Das ich moment so allein bin, ich verzweifele, das ich nicht mehr klar denken kann. Das es das ist. Scheiße man! Das darf doch alles nicht wahr sein. Nach diesem Abend schrieb er mir eine Sms in der Nacht darauf. Fragte, was da passiert ist. Woher soll ich das wissen? Wir schrieben eine Weile. Genauer gesagt, drei Tage, bevor der Kontakt erneut abbrach. Obwohl es hieß, wenn ich wöllte, könnten wir "sehr gerne" Kontakt halten. Das ist jetzt zwei Wochen her. Noch in dieser Nacht und in den darauffolgenden Tagen kam einiges ans Licht. Er würde nun merken, wie sehr ich fehle. Er hätte damals so eine Scheiße gebaut. Ich sollte vergessen, was da passiert ist. Er wäre es nicht wert. Dafür wär ich ein viel zu tolles Mädel. Das egal wieviel Zeit vergangen ist, egal wer wir heute sind, er mich nicht vergessen kann. Das durch diesen Kuss soviele Gefühle hochgekommen sind. Und das hat es wirklich. Das ich es immer gewesen bin wenn er mich gesehen hat, nicht nur Spaß war, er sich immer gewünscht hat, mir wieder in die Augen schauen zu können und als er es konnte, es unbeschreiblich war. Das er mich vermisst und ich noch immer so süß sei. Das er auch oft an mich gedacht und von mir geträumt hat. Das was da passiert ist, irgendwas mit ihm gemacht hat. Das irgendwas ihn immer noch zu mir zieht und all das Zeug. Das ist soviel, was mich zum Nachdenken anregt. Und irgendwas hat das auch mit mir gemacht. Verdammt, ich krieg das einfach nicht aus meinen Kopf. Dann brach auch der Kontakt erneut ab. Gesehen habe ich ihn zwei Wochen später.
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Letztes Wochenende und es war einfach schrecklich. Es ist ja so, dass er ein Mädchen an sich kleben hat, die 10 Jahre jünger als er ist, also 13. Und ich habe einen Typen an mir kleben, der 10 Jahre älter als ich ist, also 29. Verzwickte Sache. Ich habe ihn gar nicht kommen sehen, er war plötzlich da. Setzte sich auch nicht zu den Anderen, sondern zu uns. Direkt mir gegenüber! Ich hielt es nicht aus. Vorallem weil dieses Mädchen wieder da war. Ich kann es mir so voll nicht erklären, aber ich bin dermaßen eifersüchtig... ich halt das nicht aus. Dabei darf ich das nicht mal. Ich darf nicht eifersüchtig sein. Das soll weggehen. Boah. Daher war ich sehr froh, als der Typ, der an mir klebte, sich mit mir 20 Meter woanders hinsetzen wollte. Mein Ex hatte sich inzwischen auch mit den Rücken zu mir gewandt. Jedoch als ich aufstand, um mich fort zu bewegen, fiel ihm das sofort auf. Er drehte sich in unsere Richtung und fragte, wohin wir gehen. Leider blieben wir trotzdem noch im Blickfeld meines Ex. Daher konnte ich mich auch kaum auf das Gespräch des Typens konzentrieren, der anscheinend sehr an mir interessiert ist. Ich erwischte mich selbst jedesmal dabei, wie ich heimlich zu meinem Ex schaute. Und was geschah? Er sah auch desöfteren hinüber. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Einfach das jeder von uns noch weiß, was da vor zwei Wochen passiert ist. Das man förmlich diese Spannung fühlen kann. Ich weiß nicht was ich machen soll. Es macht mich verrückt. Und dann diese eine Situation.... ich beobachtete einen Typen, der uns beiden bekannt ist, wie er nach meinem Ex rief und dieser sich zu ihm hockte. Der Typ laberte irgendwas, sah zu uns hinüber und mein Ex schaute auch direkt zu mir, irgendwas redeten sie kurz, bevor sich mein Ex wieder entfernte. Da hätte ich gerne Mäuschen gespielt, aber ich kann mir schon denken, worum es sich handelte. Ich wollte nur noch nachhause. Wollte ihn nicht mehr sehen. So nah und doch so fern. Ich ertrug es nicht mehr. Schließlich stand ich auf, verabschiedete mich und ging. Weg von meinem Ex. Vergessen, vergessen, vergessen. Zuhause legte ich mich sofort ins Bett und schlief erstmal 19 Stunden am Stück. Ich wollte mich nicht mit den Gedanken beschäftigten, wenn ich aufwachte. Zwang mich zum Schlaf.
Und heute frage ich mich, wie ich diese Last loswerde. Was das alles mit mir gemacht hat, denn es darf nicht so sein. Womöglich werde ich meinen Ex demnächst nicht mehr einfach so über den Weg laufen, ich werde ihn nicht sehen. Selbst wenn wir uns sehen würden, wöllte ich mich nicht einmischen. Denn das Mädchen an ihm, ist verliebt in ihn und weiß wer ich bin. Sie hat uns auch an diesem Abend erwischt und ist danach urplötzlich verschwunden. Seitdem beobachtet sie mich. Halte deine Freunde bei dir, aber deine Feinde noch näher, nach diesem Motto. Ich mag sie nicht. Sie tut auf überfreundlich in meiner Nähe, grinst mich schräg an, aber wir beide wissen ganz genau, was in der Luft liegt. Wenn Blicke töten könnten. Als wäre ich eine Bedrohung. Sie unternimmt doch jedes Wochenende etwas mit ihm, ist ständig bei ihm, in seiner Nähe, nicht ich. Ich halte mich fern. Ich halte mich raus. Ich mach mich unsichtbar. Ich hatte schon überlegt, mich bei ihm zu melden, aber bitte, wie arm wäre das denn? Vorallem was sollte ich schreiben? "Hey..." Ne scheiße. "Hey, wir müssen reden" Ne, klingt wie bei einem Beziehungsdrama. Vorallem weiß ich ja auch gar nicht, ob ihm das recht ist. Ob ich dem schreibe. Ob es passt. "Hey, kennst du mich noch?" Wasn das fürn Scheiß. Klingt ja noch blöder. "Scheiße, was hast du verdammt nochmal gemacht?" Würd ich natürlich nie abschicken. Aber es passt. Eigentlich ist es ja auch nicht seine Last. Nur meine. Was kann er schon daran ändern? Kann man ja nichts gegen machen. "Es ist wohl besser so" Dann fragt er warum und darauf weiß ich selbst nicht mal ne Antwort. "Hey, wollte mal nachhören wie es dir geht" Haha. Noch blöder gehts nicht. Bestimmt geht es ihm total gut, hat ja da sein Ablenkungsmädchen. Mein Gott, fang ich schon wieder so an?! Ich vergess mich. Hat jemand ne Idee was man schreiben könnte? Sollte ich mich überhaupt melden? Ist es nicht besser, es einfach dabei zu belassen? Ach verdammt, ich weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht. Aber ich will das irgendwo geklärt haben. Was geklärt? Für mich fühlt es sich so an, als wär da etwas, was noch keinen Deckel hat. Dabei weiß ich ganz genau, es ist nichts mehr so wie es einmal war. Und das wird es auch nie sein, egal wie sehr wir uns etwas wünschen. Das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Mit diesen Gedanken gehe ich in die Heia, und auch jeden weiteren Abend; wenn ich überhaupt schlafen kann und mich nicht wieder vor den Träumen fürchte.
The End.