Dienstag, 30. Oktober 2012

Abdriften.

Der Joint in der einen Hand, das Blut in der anderen Hand. 
Was wäre wenn? Die Frage taucht immer wieder in der Gedankenkotze auf.
Was wäre wenn? Was wäre dann? Mich kann man nicht alleine lassen.
Aber das wissen die anderen ja nicht.

"Ich mach mir Sorgen um Dich."
"Musst du nicht."  
Aber du solltest, denke ich mir.


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Unsichtbar. Völlig. Das wär´s.

Die Klingen versteckt in meinem Geldbeutel. In der kleinen Seitentasche. Jeden Tag trage ich sie bei mir. Egal wohin ich unterwegs bin. Sie geben mir ein klein wenig Sicherheit. Auch wenn er absolut dagegen ist, gegen jede Art der Selbstverstümmlung. Ich kann Narben nicht vor ihm verstecken. Ich kann ihn nicht anlügen. Jede Lüge würde mir das Herz bei ihm brechen. Es ist über ein Monat her, als ich bei meinem Hausarzt das Thema "Therapie" angesprochen habe, was mir sehr viel Mut & Kraft gekostet hat. Das Kärtchen mit der Telefonnummer der Therapieplatzvermittlung, was man mir überreicht hat, liegt noch immer in meinem Geldbeutel. Meine Telefonangst und die Tatsache, ich müsste offen sprechen, macht mir Panik. Ich fühle mich erbärmlich, darüber, dass diese Angst größer ist, als das ich etwas dafür tue, dass es mir vielleicht irgendwann wirklich besser gehen könnte. Was sollte ich sagen? Wie stelle ich mich vor? Was suche ich? Gibt es vielleicht auch jemanden, dem ich anvertrauen könnte, dass ich eine Therapie machen will. Das stelle ich mir um einiges einfacher vor. Das ich vielleicht einen kleinen "Schubs" brauche. Ein bisschen Motivation und Ermunterung. So ganz alleine fühle ich mich hilflos. Vorallem fühle ich mich wiedermal so unglaublich leer. Ich wandle wie eine kleine Irre umher, bin eingeschüchtert von den ganzen Menschen auf dieser Welt, und habe es gerade erst hinbekommen, nur noch mit erhobenen Kopf und nicht mit gesenktem durch die Außenwelt zu laufen. Auch wenn es mir meistens schwer fällt, weil ich das Bedürfnis habe, mich einfach nur zu verkriechen. Unsichtbar zu sein. Völlig.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Irgendwie gut.


"Jem hat doch echt den perfekten Freund, oder?", sagte meine Freundin.  
"Ja, aber das ist echt so", erwiderte ihre beste Freundin.
"Ich geb ihn auch nicht mehr weg", meinte ich nur und war plötzlich wirklich glücklich.


Dienstag, 16. Oktober 2012

Ein Satz.

Mehr braucht es nicht, um abzustürzen. Um wirbelnde Erinnerungen an die Oberfläche zu bringen. Um Ekel für den eigenen Körper zu spüren. Ich musste mehrmals feststellen, wie Menschen meinen Körper nur als Spielfeld ansahen. Wie man mich berührte, ohne Verluste. Nur mein Körper zählte, nicht meine Seele. Eigentlich ist es so, dass mir nur meine Seele bleibt. Vom Zustand abgesehen. Es ist so, dass mir mein Körper nicht gehört. Er wird begrabscht, benutzt und ich bin dafür verantwortlich, das er von unendlichen Narben geschmückt ist. Weil ich meinen Körper dafür hasse, irgendwie, dass er da ist, weil keiner diese Seele dahinter akzept & respektiert hat.... irgendwie klar wenn der Selbsthass nach und nach steigt und die Angst vor Berührungen da ist. Ich hätte gedacht, es würde aufhören. Aber das tut es nicht. Die Gedanken sind wieder da. Ein Satz, der alles an die Oberfläche bringt. 


"...wie gern ich jetzt neben dir liegen würde & deinen geilen Körper berühren würde" Ja, er hat es nicht so gemeint. Ich weiß wie er es meinte. Wäre ich vielleicht in einem anderen Zustand, würde es mich nicht treffen. Aber das tat es. Das weiß er nur nicht, - noch nicht. Ich will ihn nicht mit reinziehen, will ihn nicht kaputt machen, will ihn mit einer normalen Beziehung glücklich machen, aber ich bin nicht normal. Ich bin nicht gut. Nichts. Wie können wir hamonieren, wenn mich der Selbsthass auffrisst?

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ein Moment der Hilflosigkeit.

Es ist der Kummer, der sich immer noch wie ein Schlag in den Magen anfühlt, jedes Mal, wenn er mich in einem unerwarteten Moment trifft, genauso frisch und schmerzhaft wie beim ersten Mal; die lächelnden Lügen und die inneren Bilder, die ich immer noch nicht abschütteln kann. Und die Scham, so naiv gewesen zu sein. Es ist die Einsamkeit, die sich viel schlimmer anfühlt, wenn man eine Weile nicht unter ihr gelitten hat. Und es ist auch das, was ich nie mehr wiederbekomme, denke ich und lächel nicht mehr. Für meine Unschuld. 


Er weinte. Am düsteren Mittag dachte ich noch, für ihn sei das keine große Hürde, als ich ihm von meinen intimsten Gedanken erzählte. Von der Grausamkeit, die ich einst erfahren musste. "Ich muss eine Nacht drüber schlafen", sagte er und damit war's. Es war nicht böse gemeint. Doch nun, am späten Abend, weinte er und ich verstand die Welt nicht mehr. Ich zog ihn in meine Arme und er schluchzte in meine Halsbeuge hinein. Streichelte über seinen Nacken und hielt ihn fest. Ich hatte keine Ahnung, warum er so plötzlich weinte. Nichts war vorher geschehen. Wir lagen im Bett, eng umschlungen und hörten wundervolle Musik. Als er sich langsam beruhigte, fragte ich, was los sei. Die Antwort kam nicht sofort. "Es ist der Gedanke, dass dir so etwas wiederfahren musste und das wir vielleicht nie Kinder haben werden können"; daraufhin liefen die Tränen erneut. Ich schluckte. Mich traf es irgendwo im nirgendwo hart, aber ich verschloss den Schmerz. "Aber es ist doch nicht sicher. Ich habe es nur angedeutet. Es sind meine Ängste, die ich mir vielleicht einrede und maßlos übertreibe." Es half nicht. Etwas hatte sich in seinen Kopf gebrannt und ließ ihn nicht mehr los. "Eigentlich müsstest du weinen und nicht ich", sagte er, mit einem schwachen Versuch zu lächeln. Ich strich mit meinem Finger über seine Wange, beugte mich über ihn und flüsterte, "Das übernimmst du für mich. Ich habe zulange verdrängt, als das ich jetzt weinen könnte." Es war wieder so ein Moment, den ich nicht vergessen werde. Durch seinen Gefühlsausbruch fühlte ich mich unendlich schlecht. Er weinte wegen mir, durch mich. Ich machte ihn unglücklich, es war doch meine Last, nicht seine. Als seine Tränen versiegten, fing meine Mauer an zu bröckeln. Einige Tränen fanden ihren Weg aus meinen leeren Augen. Still und heimlich. Ich lag mit dem Gesicht zur Wand auf dem Bett, mit dem Rücken zu ihm. Er versuchte, mich an ihn zu ziehen. "Geht es dir nicht gut?", fragte er. Ich konnte nicht antworten, hätte mich mit meiner piepsigen Stimme verraten. Aber er merkte es trotzdem. "Lass mich dich jetzt trösten" und so zog er mich an sich ran. Zwang mich in seine Augen zu schauen. Fing eine Träne auf und schaute mich mit seinen teddybär braunen Augen an. "Du brauchst nicht so auf stark zu tun" und er war der Einzige, von dem ich diesen Satz hörte. Es war nicht richtig. Das wir beide Tränen verloren. Ich krallte mich an ihm fest, senkte den Kopf, lehnte mich an seinen starken Körper und überließ mich meiner Gedanken. Es ertönte der Klang seiner Stimme, ich nahm ihn kaum mehr wahr. "Ich will keine neuen Schnittwunden sehen. Und Suizid kommt auch nicht infrage." Ich fragte mich, wie er nun darauf kam. Von Suizid habe ich nie gesprochen, nicht mal im Ansatz. Und ich hatte ihn am Anfang unserer Beziehung vorgegaukelt, ich würde mich nicht mehr schneiden. Vielleicht..... nein. Aber um eines war ich sehr froh. Das er nun wusste, dass mir jede intimste Berührung Schmerzen bereitet und das er mir nicht wehtun will. Das es ihn nicht abschreckt, denn dies war meine Befürchtung. Sein Vertrauen in mich war bestärkt, denn ich hatte mich ihm ein wenig geöffnet.
 

Aber irgendwas hatte mich an diesem Abend sehr hart getroffen. In den jetzigen Tagen verfolgen mich Albträume. Ich spüre eine Leere in mir, die so eisig ist, wie der Winter, der auf uns zukommt. Verspüre jeden Morgen beim Aufwachen den Drang, mir tief ins Fleisch zu schneiden. Den Schmerz hinausfliessen lassen. Und ich kann nichts dagegen tun. Rein gar nichts.... Mir sind die Hände gebunden

Montag, 1. Oktober 2012

rätselhaft

Wer bin ich, wo bin ich hin, war ich überhaupt mal. Wahrscheinlich hockt nur eine zerschnittene Seele in dieser verlorenen Hülle das sich "Ich" nennt und mich in die Hölle befördert. Diese Hülle, dieser Körper, funktioniert nur, hinkt der Pflicht hinterher, denen ich anderen gegenüber habe... und mein Kopf ist brechend voll mit pochenden Gedanken, die mir Kopfschmerzen bereiten. Ich weiß nicht, wohin mit mir. Was die Zukunft verbirgt. Ob mein Ende schon geschrieben wurde und das alles, dieses Überleben, sowieso keinen Wert hat. Welche Verantwortung habe ich mir selbst gegenüber, habe ich überhaupt eine? Was macht schon eine zerschnittene Seele mehr oder weniger auf dieser Welt? Wenn ich nicht existieren würde, könnte ich ganz entspannt auf einer Wolke hocken. Aber selbst dann würde ich mich fragen, wessen Sinn ich habe. Nicht gegenüber anderen, oder wichtigen Menschen, sondern einfach nur mir selbst.