"Weißt du, ihr könnt einfach nicht ohne und miteinander. Ihr könnt die Finger nicht voneinander lassen. Das wird wohl immer so sein. Ich seh euch schon beide als Oma und Opa, wie ihr eine Party steigen lässt, Alkohol trinkt und selbst dann nicht mal nach all den Jahren voneinander lassen könnt."
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ENOUGH!
ENOUGH!
ENOUGH!
Mein Kopf platzt. Seit Tagen kann ich nicht mehr schlafen, habe Schlafstörungen. Konzentriere mich stark auf den Schulstoff, den ich noch zu erledigen hab, doch es klappt nicht. Ich brauche etwas anderes zum Abschalten. Mehr als das. Ich stürze nicht ab, ich fliege nur tief. Zu tief. Eigentlich müsste ich auch zum Arzt, weil irgendwas mit meiner Schilddrüse sein könnte, liegt in der Familie. Aber ich komme nachts nicht zum Schlaf und wenn ich dann erschöpft irgendwann einschlafe, komme ich morgens nicht aus den Federn. Das kotzt mich so richtig an. Ich komme mir fremd vor. Alles um mich herum wirkt so fremd. Ich finde mich nicht. Irgendwo zwischen Alkohol, Drogen, Schauspielerei, Schule, Familie, Ängsten, Suizidgedanken liegt mein Ich, womöglich blutverschmiert, mit Messerstichen am ganzen Körper, und kann sich selbst nicht helfen. Ersatz findet mein Ich in einem ekelhaften Monster, dass seine Spielchen perfekt ausübt und macht was es will.
Zum ganzen Allerlei hat sich mein Vater per E-Mail gemeldet und seine Neuigkeiten erzählt. Außerdem das er es schade findet, dass wir sehr selten Kontakt haben, fast gar keinen, aber das muss er als Vater akzeptieren, weil er damals zu allen gesagt hat, er hält sich fern von mir. Da kamen mir schon fast wieder die Tränen (welche Tränen?!), weil ich einfach keinen Vater habe. Selbst wenn sich das irgendwann ändern sollte, seit meiner Geburt hatte ich keinen Vater. Ich hab niemals das Gefühl gehabt, wie in anderen Familien, dass ich zu meinem Vater gehen kann und das ich auch von ihm geliebt werde. Von Anfang an gab es für mich nur meine Mutter und mich. Sonst niemand. Und das fehlt mir, aber nie werde ich dieses Gefühl wohl mal nur für eine Minute fühlen können.