Ich arbeite daran einfach nur mal an mich zu denken. Aber das ist nicht immer möglich. Nicht, weil ich mich nicht überwinde oder nicht weil, neeein, sondern weil genau das Gegenteil von mir erwartet wird - an andere zu denken. An meinen Freund, der von mir verlangt, dass ich ihm unter die Arme greife sodass er mal seinen Arsch hochbewegt, um fertige Bewerbungen abzuschicken und sonstigen zukunftlichen Kram. Ich kann mich allerdings nicht spalten. Ich muss nun meinen einzigen freien Tag in der Woche opfern, um über 100km zu meiner Oma zu fahren, die meine Hilfe benötigt, da sie einfach nicht mehr im Heim klarkommt. Obwohl ihr Sohn und mein Vater um die Ecke wohnt. Sie ist so verzweifelt, da kann ich nicht anders. Es bewegt sich ja sonst nichts ohne mich, hab ich das Gefühl.
Wo bleib ich? Mir greift keiner unter die Arme oder treibt mich an. Das verlange ich auch nicht, hilfreich wäre es mir schon. Nur ich brauche schon ein bisschen Zeit für mich. In denen ich meine Sachen regel. Aber das kümmert auch kein Schwein. Wichtig sind die anderen. Nicht das sie mir unwichtig sind und ich gerne für sie da bin, jedoch gibt es keinen Free-Time Knopf oder eine Pause dazwischen. Nichts. Und wenn ich doch mal gerne Zeit für mich hätte, wird mir vorgeworfen, ich würde kaum an meine Mitmenschen denken. Bitte? Wohin, mein liebes Selbstwertgefühl? Für diesen Scheiß hier hab ich sowas von keinen Nerv mehr. Die Quote zur Tendenz rückfällig zu werden ist in diesem Moment extrem hoch, weil mir die Verpflichtungen einfach über den Kopf wachsen. Aber wenn ich auch mal liegen bleibe und schlecht gelaunt bin, heißt das, dass es bei mir immer so ist. Depri-Tanten Schublade. Bingo! Und Klappe zu.
Checken wir mal die Möglichkeiten ab:
- Schauspielern, kennt jeder, meistens gut, meistens vom Nachteil. Entweder, oder. Entweder man täuscht gute Laune vor, alles läuft prima, keine Probleme. Aber ist das so gut für die Seele? Wohl kaum. Oder man lässt es dabei, so wie es ist.
- An andere denken. Nur an andere denken. Ich hab manchmal so ein Film in meinem Kopf. Von einem Mädchen das nur an andere dachte, nicht mal einen Funken mehr an sich, es spielte sich ein, verewigte sich. Selbst als sie alles durch verlor. Auf gut Deutsch am Arsch war, selbst dann, dachte sie nie an sich. Alle anderen um sie herum waren glücklich. Und doch, als die anderen merkten, wie scheiße es ihr ging und versuchten zu helfen, dachte sie, sie muss erneut alles tun um sie glücklich zu machen und nicht an ihr selbst zu arbeiten. Sie konnte gar nicht mehr anders. Und so weiter und so fort.
- An sich selbst denken - kommt nicht infrage, macht andere unglücklich und du stehst da als Versagerin.
- Auf übervernünftige und neutrale Person machen. (Du sprichst dir nur den Mund fusselig dabei, bringt nichts)
- Sich selbst aufgeben. (Depri-Tante, jo!)
- Ein Gleichgewicht zwischen allem finden. (Wenn jemand das gefunden hat, bitte bei mir melden!)
Wie man sieht, bleibt nicht viel. Ich weiß nicht mal mehr ob mir viel bleibt. Viel Zeit bleibt. Wie mein Leben in 10 Jahren ausschaut. Oder in 5 Jahren. Ich würde es schon gerne wissen, aber irgendwie auch nicht. Aber woher weiß man dann, ob sich das Kämpfen lohnt? Jeder kann viel sagen. Das alles gut wird, das sich das Kämpfen am Ende bezahlt macht, nicht aufgeben, es wird besser, nicht den Kopf verlieren. Woher wollen sie das wissen? Können sie in die Zukunft blicken? Mal ehrlich. Ein "Ich bin immer für dich da, egal was kommt" ist mir tausendmal lieber als tausend solcher Sätze.
Montag, 3. Juni 2013
Montag, 20. Mai 2013
I don't want this.
Meine schlimmste Eigenschaft durfte ich in den vergangenen Tagen kennenlernen. Ich war dabei einen wichtigen Menschen in meinem Leben zu verlieren und was macht Jem? Sie droht mit den unterschiedlichsten Dingen, und als sie merkt, dass das nicht zieht, versucht sie es mit der Selbstmitleidstour. Aber dies klappte auch nicht. Scheiße, den Tränen nahe, das Herz pocht wie verrückt und der Puls steigt. Also tief durchatmen, kämpfen, den eigenen Scheiß hinter sich lassen & versuchen die Situation vernünftig zu klären, den eigenen Stolz überwinden und schließlich ein Erfolg!
Ich habe viel darüber nachgedacht und musste schlucken, als ich feststellte, wozu ich alles bereit bin um nicht verlassen zu werden. Um nicht zu verlieren. Um den Schmerz zu umgehen. Mir tut das weh. Ich will nicht so sein. Dabei muss ich nur jetzt etwas ändern, damit es gar nicht zu solchen Situationen kommt.
Tja und neben meinen alltäglichen Scheiß, kommt hinzu, dass ich mich auch in familiären Problemen, die ich seit fast sieben Jahren meide, nun endlich stellen muss. Meine Stiefmutter ist die perfekte Kopie von dem Märchen "Aschenputtel". Nein, sie hat meinen Vater nicht geheiratet wegen der Liebe, nein, sie freute sich nicht darüber. Sondern nur ihrem Ziel näher zu sein, alles an sich zu reißen. Wie es scheint hat sie nun bekommen was sie wollte. Mein Vater hat das Haus auf sie umgeschrieben, so lauten Vermutungen, die nicht abwegig sind. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ihn abserviert. Vorerst ist er ihr persönlicher Bauarbeiter, der im Haus sämtliche Renovierungsarbeiten erledigt. Sie rührt keinen Finger. Sie mag mich nicht, die Mutter meines Vaters, die sie von Anfang an nicht im Haus haben wollte und nun auch dieses Ziel erreicht hat. Was mich sehr traurig macht. Wir sind jetzt auf Kriegsfuß. Auch wenn ich meinem Vater nicht sehr nahe stehe, nur regelmäßiger E-Mail Kontakt besteht, und er sich doch anstrengt, die Jahre nachzuholen die er versäumt hat, so wünsche ich ihm nicht so eine Frau, die versucht, eine Familie kaputt zu machen, die sowieso schon etwas angeknackst ist. Er sieht mich noch immer als "kleines Mädchen", aber ich werde ihm mit meinen fast 20 Jahren zeigen, dass ich mir das nicht länger angucke! Wie er kaputt geht, wie sie sich das Haus unter den Nageln reißt! Auch wenn es mir unangenehm ist, aber ich brauche einen Tag mit ihm, um mit ihm darüber zu reden. Vielleicht ist der Tag auch bald da.
Ich habe viel darüber nachgedacht und musste schlucken, als ich feststellte, wozu ich alles bereit bin um nicht verlassen zu werden. Um nicht zu verlieren. Um den Schmerz zu umgehen. Mir tut das weh. Ich will nicht so sein. Dabei muss ich nur jetzt etwas ändern, damit es gar nicht zu solchen Situationen kommt.
Tja und neben meinen alltäglichen Scheiß, kommt hinzu, dass ich mich auch in familiären Problemen, die ich seit fast sieben Jahren meide, nun endlich stellen muss. Meine Stiefmutter ist die perfekte Kopie von dem Märchen "Aschenputtel". Nein, sie hat meinen Vater nicht geheiratet wegen der Liebe, nein, sie freute sich nicht darüber. Sondern nur ihrem Ziel näher zu sein, alles an sich zu reißen. Wie es scheint hat sie nun bekommen was sie wollte. Mein Vater hat das Haus auf sie umgeschrieben, so lauten Vermutungen, die nicht abwegig sind. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ihn abserviert. Vorerst ist er ihr persönlicher Bauarbeiter, der im Haus sämtliche Renovierungsarbeiten erledigt. Sie rührt keinen Finger. Sie mag mich nicht, die Mutter meines Vaters, die sie von Anfang an nicht im Haus haben wollte und nun auch dieses Ziel erreicht hat. Was mich sehr traurig macht. Wir sind jetzt auf Kriegsfuß. Auch wenn ich meinem Vater nicht sehr nahe stehe, nur regelmäßiger E-Mail Kontakt besteht, und er sich doch anstrengt, die Jahre nachzuholen die er versäumt hat, so wünsche ich ihm nicht so eine Frau, die versucht, eine Familie kaputt zu machen, die sowieso schon etwas angeknackst ist. Er sieht mich noch immer als "kleines Mädchen", aber ich werde ihm mit meinen fast 20 Jahren zeigen, dass ich mir das nicht länger angucke! Wie er kaputt geht, wie sie sich das Haus unter den Nageln reißt! Auch wenn es mir unangenehm ist, aber ich brauche einen Tag mit ihm, um mit ihm darüber zu reden. Vielleicht ist der Tag auch bald da.
Mittwoch, 15. Mai 2013
Sterben wär' eine schöne Scheiße.
Ohja. Wie mich der Selbsthass und die Traurigkeit übermahnt. Meine Emotionen kochen über. Stimmungsschwankungen bis zum geht nicht mehr. Ungeliebt fühlend. Migräne am Abend. Und nicht erst seit heute.
Jeden scheiß verdammten Tag seit Samstag.
Es müsste bald vorbei sein. Es müsste bald die Leere wieder eintreten. Die Kapsel um mich herum. Es dauert länger an. Warum kann ich nicht einfach umkippen, warum bin ich bisher nicht einfach umgekippt. Warum kann ich das nicht einfach irgendwem sagen. Warum gibt es keine Zeit in der ich mich richtig ausheulen kann. Warum. Es gibt keinen Scheiß der mich ablenken ließe. Kein Alkohol, keine Drogen. Die Zeiten sind vorbei. Aber warum kann ich mir nicht einfach n' Schuss geben. Egal welcher Art. Weil ich Angst habe. Ich bin für euch doch sowieso unsichtbar gewesen, schon immer, da würde es keinen Unterschied machen, wär ich offiziel unsichtbar. Schlafen ohne aufzuwachen. Aber jeden Morgen kommt der Knall: Ich wache auf. Muss mich zum Aufstehen zwingen. Mich in den Tag hinein zwingen. Den Tränen haarscharf nahe. Wie war das? Achja. Umkippen. Das wär toll.
Sonntag, 12. Mai 2013
Hey, mir gehts gut und alles ist prima ;)
Es sprengt alles. Ich mach komplett dicht. Um mich herum nimmt mich kaum einer richtig als Mensch war. Überhaupt auf mich einzugehen und Rücksicht zu nehmen. Ich schraube ganz zurück und konzentriere mich nur noch darauf auf andere Rücksicht zu nehmen. Und hey, es fällt kaum auf. Ich könnte grad glatt heulen. Hinter dieser Ebene kämpf ich allein mit mir. Nicht mal meinem Freund erzähl ich vom Stress mehr oder jammere über dies und das. Ich gebe allen Recht, aber es sind alles vernetzte Lügen. Das kann tagelang so gehen und mich fragt keiner zwischendurch mal wie es mir geht oder was ich gemacht habe. Diesen Part übernehme ich.
Ich muss auch verdrängen, dass sich mein Freund mit seiner Ex aus geschäftlichen Gründen getroffen hat, da sie ihm noch ne' Menge Geld schuldete und sie ihm ihr neues, aber zerstörtes Handy dafür gab. Er meldete sich an dem Abend gar nicht mehr bei mir und lügte mich am Morgen danach noch an, das er früh schlafen war, obwohl sie sich getroffen haben. Einen Tag später sagte er es mir. Er habe nur Rücksicht auf mich nehmen wollen. Er weinte, als ich an seiner Liebe zweifelte. Und ich weinte, weil mein Vertrauen ein Stückchen zurückging und es echt weh tat. Das ich jetzt immer wissen will was er abends so treibt, muss ich nun ebenfalls verdrängen. Ich jammere nicht mehr, ich zweifel nicht mehr, ich erzähle nichts vom Stress hier, ich lüge mit meiner vorgegebener guten Laune, ich lasse ihm seine Freiheiten, viel mehr als zuvor.
Vielleicht kann man besser mit mir klarkommen und mich mehr lieben, wenn ich ...........
Wenn ich einfach....... wenn ich einfach vorgebe, dass alles gut ist.
Ich muss auch verdrängen, dass sich mein Freund mit seiner Ex aus geschäftlichen Gründen getroffen hat, da sie ihm noch ne' Menge Geld schuldete und sie ihm ihr neues, aber zerstörtes Handy dafür gab. Er meldete sich an dem Abend gar nicht mehr bei mir und lügte mich am Morgen danach noch an, das er früh schlafen war, obwohl sie sich getroffen haben. Einen Tag später sagte er es mir. Er habe nur Rücksicht auf mich nehmen wollen. Er weinte, als ich an seiner Liebe zweifelte. Und ich weinte, weil mein Vertrauen ein Stückchen zurückging und es echt weh tat. Das ich jetzt immer wissen will was er abends so treibt, muss ich nun ebenfalls verdrängen. Ich jammere nicht mehr, ich zweifel nicht mehr, ich erzähle nichts vom Stress hier, ich lüge mit meiner vorgegebener guten Laune, ich lasse ihm seine Freiheiten, viel mehr als zuvor.
Vielleicht kann man besser mit mir klarkommen und mich mehr lieben, wenn ich ...........
Wenn ich einfach....... wenn ich einfach vorgebe, dass alles gut ist.
Mittwoch, 1. Mai 2013
Sonntag, 28. April 2013
Da war er, dieser Moment. (Absturz, Tag 0 - Achtung, halber Roman!)
"Ich muss dir leider sagen....", eiskalt und wütend zugleich gleiteten diese Worte langsam und hart aus seinem Mund. "...das unsere Beziehung hiermit inoffiziell gescheitert ist." Da waren sie. Die Worte, die ich seit Monaten gefürchtet hatte. Es war mitten in der Nacht. Es regnete zwar nicht, aber ich stellte es mir vor. Ein Riss durchzog meine Lunge. Das Atmen fiel mir schwer und doch sagte ich nichts. Ich konnte nichts sagen. Ich schirmte mich ab, wurde selbst eiskalt und emotionslos, und leer. Irgendwann, die Zeit blieb stehen, stand ich auf. Die partywütigen Nachbarn gaben ihren Rest dazu. Musik hallte knallend laut durch die Wände. An schlafen war nun nicht mehr zu denken. Ich fasste einen Entschluss: Ich fing an meine Sachen zu packen, die Klamotten zusammenzuräumen und mich anzuziehen. Ich wollte raus - an die frische Luft. Nicht mal das gewährte man mir. Er drohte mir, mitzukommen und gar meine Mutter aufzuwecken, die am nächsten Morgen einen wichtigen ersten Probearbeitstag haben sollte für einen Nebenverdienst. Ich war gezwungen in der Wohnung zu bleiben. Fühlte mich eingesperrt, wie schon lange nicht mehr. Die Welt schaltete sich in dem Moment für mich ab. Ich saß in der stockdunkelnen Küche, qualmte eine nach der anderen und sah aus dem Fenster. Ich schloss langsam mit mir selbst ab. "Psycho, unreif, kleines Kind" warf man mir an den Kopf. Die Zeit verstrich nicht. Ich schlich mich ins Bad, sah nichts, fühlte nur die Klinge auf meiner Haut, den kurzen brennenden Schmerz, der verblasste.
Er war mittlerweile eingeschlafen - in meinem Bett. Zwei Uhr nachts nahm ich eine Decke, zog mich nicht mal mehr aus und legte mich halb auf's Bett. Irgendwann schlief ich ein und wachte morgens um halb 7 wieder auf. Stand auf. Schlief in der Küche auf dem Stuhl ein. Um 8 legte ich mich auf's Sofa im Nebenzimmer. Mir war kalt. Mit seinem Shirt unter der Nase verfiel ich erneut in den Schlaf. Obwohl mir sehr nach weinen war, konnte ich es nicht. Ich selbst war kalt. Ich kannte mich nicht. Ich fing an zu träumen und hatte einen schönen Traum. Ich träumte davon mich wieder mit ihm zu vertragen, das doch noch alles gut wird - aber selbst im Traum spürte ich, dass ich das gerade nur träumte und aufkeinenfall in die harte Realität zurück wollte. Aufeinmal riss mich jedoch jemand aus meinem Traum - oder träumte ich? Ich spürte Hände, die nach mir griffen, die mich hochheben wollten, die es ohne Hilfe nicht schafften. Ich hielt mich an dem fremden Körper fest und wurde dann mit einem Ruck hochgehoben. Fühlte mich schweben. Erst als ich in meinem eigenen Bett landete, Arme mich hielten und ich mich an ihnen anschmiegte, wusste ich, dass er es war, der mich gerade von einem Zimmer in das andere getragen hatte. Ich wusste, es wird nie wieder so sein wie es mal war und ich schmiegte mich gerade zu lechzend und verzweifelt in diese warmen Arme. Erneut schlief ich ein.
Als ich aufwachte lag ich noch immer neben ihm. Aber nicht mehr in seinen Armen. Traurig sammelte ich mich und schlich mich in die Küche. Meine Beine wollten mich nicht mehr tragen. Ich fühlte mich komplett ausgebrannt. Für mich war diese Beziehung beendet, nachdem er sie beendet hat und ich seine Worte vollkommen ernst nahm. Selbst er war eiskalt zu mir. Inzwischen waren wir beide wach. Meine Mutter kehrte zurück und war überglücklich, die Stelle bekommen zu haben um ihren Auszug damit finanzieren zu können. Wir dagegen waren am Boden zerstört. Wir redeten miteinander. Spekulierten über das Ende nach. Wie es dazu kommen konnte. Meine Vergangenheit ist es. Ich kann mich nicht Menschen gegenüber öffnen. Ich wirke eiskalt und habe Probleme, meine Gefühle zuzugeben. Selbst bei ihm. Ich verletze somit die Menschen, die mir eigentlich nur helfen wollen. Ich sah es ein und entschied mich für eine Therapie. Aber seiner Meinung, will er das nicht, er will, dass ich alleine etwas tu, um selber klarzukommen. Nur wie?
Wir gingen raus. Ich machte mich nicht einmal hübsch, sondern ging so hinaus, wie ich aufgewacht bin. Obwohl ich nicht mal ungeschminkt zum Mülleimer gehe. Es war mir eben alles egal. Es fühlte sich merkwürdig an neben ihm zu gehen, ohne seine Hand zu halten. Ich führte ihn zu meinem Lieblingsplatz, zu einer alten Burg. Wir setzen uns auf einen Steinblock. Merkwürdig neben ihm zu sitzen, ihn nicht zu umarmen oder gar zu küssen. Ein paarmal rutschte ihm "Schatz" raus, korrigierte sich danach aber sofort, manchmal aber merkte er es selbst nicht. Er sagte, dass er mich nach wie vor lieben würde und ich die Einzige und Letzte bleibe, mit der er sich eine Zukunft vorstellen könnte. Aber selbst Freundschaft käme nicht infrage. Wir alberten zwar für einige Momente herum wie Freunde, ich plückte ihm eine Tulpe, er zog mich zur Seite sobald Hundehaufen oder Glasscherben auf meiner Seite des Weges waren und wir unterhielten uns normal. Dennoch lag diese verzweifelte Sehnsucht nach dem anderen in der Luft. Er sagte, dass ich selbst ungeschminkt hübsch aussehe, obwohl ich mir selbst wie eine wandelnde Leiche vorkam. Er stand da, sagte dies und lächelte schüchtern. Mein eiskaltes Herz rutschte mir in die Hose bei diesem Anblick und ich versuchte sofort abzulenken.
Es wurde langsam kalt und wir gingen zurück. Zuhause angekommen, noch immer zu keinem endgültigen Entschluss gekommen was aus uns nun wird, kam ihm womöglich ein Gedankenblitz vom Tag vorher. Eine Wimper sei länger als die anderen und die muss weg. Als ich ins Zimmer ging, nahm er schon etwas von meiner Kommode, umschlang mich mit seinen Armen, zog mich aufs Bett und hielt meinen Kopf in seinem Schoss gefangen. Ich sah die Pinzette in seiner Hand und wollte schnellstmöglichst die Flucht ergreifen! Aber ziemlich unmöglich. Er wollte, dass ich ihm vertraute. Diese Wimper störte ihn nun, auch wenn ich sie selbst nicht sah. Er zählte ab, hielt die Wimper mit der Pinzette fest und bei "Drei" zog er sie raus. Ein kleiner Schmerz durchzog meine Augen und ich schmollte. Da war er, der Moment. Er küsste mich auf die Stirn. "Warum küss' ich dich überhaupt...", nuschelte er leise. Die Zeit blieb stehen. Er sah mich von oben herab an und fragte mich, was denn nun sei. Dann küsste er mich. Wir lehnten uns gleichzeitig an den anderen an und ich öffnete mich. Sagte ihm, dass ich nicht will das es so verbleibt, wir keine getrennten Wege gehen. Das ich ihn ganz will und nicht nur ein Stück, bezüglich der Freundschaftsfrage. Er mich nicht aufgeben darf. Wir verblieben so, wie es anfing: mit einem Kuss. Und das sollte die Antwort gewesen sein. Wir geben nicht auf. Wir sind bereit zu kämpfen. Um uns, um unsere Beziehung.
Dieser Moment ist es gewesen. Meine Augen sind klar nach vorne gerichtet. Ich habe verstanden, dass ich mit mir selbst klarkommen muss, um richtige zwischenmenschliche Beziehungen zu führen. Vorallem muss ich seine Hilfe annehmen, mich ihm öffnen. Meine Gefühle offenbaren. Und wir müssen reden. Es darf nichts tot geschwiegen werden. So auch die neuen Schnitte auf der Haut. Ich war ehrlich zu ihm. Auch wenn er es nicht versteht, bin ich froh, dass er dennoch bei mir bleibt. Außer ihm bleibt mir niemand. Meine Mutter vertreibt mich aus der Wohnung. Sie hat nun die finanziellen Mittel ihr eigenes kleines Reich zu finden und ich? "Such dir nen' Job", hieß es nur. Das werde ich tun. Selbst wenn ich Angst habe. Angst, es nicht allein zu schaffen. Angst, in der Einsamkeit unterzugehen. Ich werde von heute auf morgen endgültig gezwungen, auf einen Schlag erwachsen zu werden. Und hey, irgendwo haben sie alle Recht. Mit fast 20 Jahren sollte man reifer sein, als das, was ich bin. Trotzallem ist da diese Angst. Aber ich mache weiter...wie sonst auch.
Nur heute bin ich zu müde. Müde für alles. Nur heute. Ab morgen wird alles anders. Ich versprech's.
Er war mittlerweile eingeschlafen - in meinem Bett. Zwei Uhr nachts nahm ich eine Decke, zog mich nicht mal mehr aus und legte mich halb auf's Bett. Irgendwann schlief ich ein und wachte morgens um halb 7 wieder auf. Stand auf. Schlief in der Küche auf dem Stuhl ein. Um 8 legte ich mich auf's Sofa im Nebenzimmer. Mir war kalt. Mit seinem Shirt unter der Nase verfiel ich erneut in den Schlaf. Obwohl mir sehr nach weinen war, konnte ich es nicht. Ich selbst war kalt. Ich kannte mich nicht. Ich fing an zu träumen und hatte einen schönen Traum. Ich träumte davon mich wieder mit ihm zu vertragen, das doch noch alles gut wird - aber selbst im Traum spürte ich, dass ich das gerade nur träumte und aufkeinenfall in die harte Realität zurück wollte. Aufeinmal riss mich jedoch jemand aus meinem Traum - oder träumte ich? Ich spürte Hände, die nach mir griffen, die mich hochheben wollten, die es ohne Hilfe nicht schafften. Ich hielt mich an dem fremden Körper fest und wurde dann mit einem Ruck hochgehoben. Fühlte mich schweben. Erst als ich in meinem eigenen Bett landete, Arme mich hielten und ich mich an ihnen anschmiegte, wusste ich, dass er es war, der mich gerade von einem Zimmer in das andere getragen hatte. Ich wusste, es wird nie wieder so sein wie es mal war und ich schmiegte mich gerade zu lechzend und verzweifelt in diese warmen Arme. Erneut schlief ich ein.
Alles, was wir hatten ist nicht mehr da.
Da ist jetzt nur noch dieser Schmerz.
Da ist jetzt nur noch dieser Schmerz.
Als ich aufwachte lag ich noch immer neben ihm. Aber nicht mehr in seinen Armen. Traurig sammelte ich mich und schlich mich in die Küche. Meine Beine wollten mich nicht mehr tragen. Ich fühlte mich komplett ausgebrannt. Für mich war diese Beziehung beendet, nachdem er sie beendet hat und ich seine Worte vollkommen ernst nahm. Selbst er war eiskalt zu mir. Inzwischen waren wir beide wach. Meine Mutter kehrte zurück und war überglücklich, die Stelle bekommen zu haben um ihren Auszug damit finanzieren zu können. Wir dagegen waren am Boden zerstört. Wir redeten miteinander. Spekulierten über das Ende nach. Wie es dazu kommen konnte. Meine Vergangenheit ist es. Ich kann mich nicht Menschen gegenüber öffnen. Ich wirke eiskalt und habe Probleme, meine Gefühle zuzugeben. Selbst bei ihm. Ich verletze somit die Menschen, die mir eigentlich nur helfen wollen. Ich sah es ein und entschied mich für eine Therapie. Aber seiner Meinung, will er das nicht, er will, dass ich alleine etwas tu, um selber klarzukommen. Nur wie?
Wir gingen raus. Ich machte mich nicht einmal hübsch, sondern ging so hinaus, wie ich aufgewacht bin. Obwohl ich nicht mal ungeschminkt zum Mülleimer gehe. Es war mir eben alles egal. Es fühlte sich merkwürdig an neben ihm zu gehen, ohne seine Hand zu halten. Ich führte ihn zu meinem Lieblingsplatz, zu einer alten Burg. Wir setzen uns auf einen Steinblock. Merkwürdig neben ihm zu sitzen, ihn nicht zu umarmen oder gar zu küssen. Ein paarmal rutschte ihm "Schatz" raus, korrigierte sich danach aber sofort, manchmal aber merkte er es selbst nicht. Er sagte, dass er mich nach wie vor lieben würde und ich die Einzige und Letzte bleibe, mit der er sich eine Zukunft vorstellen könnte. Aber selbst Freundschaft käme nicht infrage. Wir alberten zwar für einige Momente herum wie Freunde, ich plückte ihm eine Tulpe, er zog mich zur Seite sobald Hundehaufen oder Glasscherben auf meiner Seite des Weges waren und wir unterhielten uns normal. Dennoch lag diese verzweifelte Sehnsucht nach dem anderen in der Luft. Er sagte, dass ich selbst ungeschminkt hübsch aussehe, obwohl ich mir selbst wie eine wandelnde Leiche vorkam. Er stand da, sagte dies und lächelte schüchtern. Mein eiskaltes Herz rutschte mir in die Hose bei diesem Anblick und ich versuchte sofort abzulenken.
Komm mir nicht zu nah. Sonst tu ich dir unabsichtlich weh.
Es wurde langsam kalt und wir gingen zurück. Zuhause angekommen, noch immer zu keinem endgültigen Entschluss gekommen was aus uns nun wird, kam ihm womöglich ein Gedankenblitz vom Tag vorher. Eine Wimper sei länger als die anderen und die muss weg. Als ich ins Zimmer ging, nahm er schon etwas von meiner Kommode, umschlang mich mit seinen Armen, zog mich aufs Bett und hielt meinen Kopf in seinem Schoss gefangen. Ich sah die Pinzette in seiner Hand und wollte schnellstmöglichst die Flucht ergreifen! Aber ziemlich unmöglich. Er wollte, dass ich ihm vertraute. Diese Wimper störte ihn nun, auch wenn ich sie selbst nicht sah. Er zählte ab, hielt die Wimper mit der Pinzette fest und bei "Drei" zog er sie raus. Ein kleiner Schmerz durchzog meine Augen und ich schmollte. Da war er, der Moment. Er küsste mich auf die Stirn. "Warum küss' ich dich überhaupt...", nuschelte er leise. Die Zeit blieb stehen. Er sah mich von oben herab an und fragte mich, was denn nun sei. Dann küsste er mich. Wir lehnten uns gleichzeitig an den anderen an und ich öffnete mich. Sagte ihm, dass ich nicht will das es so verbleibt, wir keine getrennten Wege gehen. Das ich ihn ganz will und nicht nur ein Stück, bezüglich der Freundschaftsfrage. Er mich nicht aufgeben darf. Wir verblieben so, wie es anfing: mit einem Kuss. Und das sollte die Antwort gewesen sein. Wir geben nicht auf. Wir sind bereit zu kämpfen. Um uns, um unsere Beziehung.
Dieser Moment ist es gewesen. Meine Augen sind klar nach vorne gerichtet. Ich habe verstanden, dass ich mit mir selbst klarkommen muss, um richtige zwischenmenschliche Beziehungen zu führen. Vorallem muss ich seine Hilfe annehmen, mich ihm öffnen. Meine Gefühle offenbaren. Und wir müssen reden. Es darf nichts tot geschwiegen werden. So auch die neuen Schnitte auf der Haut. Ich war ehrlich zu ihm. Auch wenn er es nicht versteht, bin ich froh, dass er dennoch bei mir bleibt. Außer ihm bleibt mir niemand. Meine Mutter vertreibt mich aus der Wohnung. Sie hat nun die finanziellen Mittel ihr eigenes kleines Reich zu finden und ich? "Such dir nen' Job", hieß es nur. Das werde ich tun. Selbst wenn ich Angst habe. Angst, es nicht allein zu schaffen. Angst, in der Einsamkeit unterzugehen. Ich werde von heute auf morgen endgültig gezwungen, auf einen Schlag erwachsen zu werden. Und hey, irgendwo haben sie alle Recht. Mit fast 20 Jahren sollte man reifer sein, als das, was ich bin. Trotzallem ist da diese Angst. Aber ich mache weiter...wie sonst auch.
Nur heute bin ich zu müde. Müde für alles. Nur heute. Ab morgen wird alles anders. Ich versprech's.
Freitag, 26. April 2013
Wortfetzen der letzten Wochen.
"Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr..",
"Du weißt das ich dich über alles liebe, oder?
Du weißt auch das ich dir niemals in den Rücken fallen würde, oder?
Aber ich würde dich noch heute Nacht direkt in die Klinik rüberbringen,
weil ich Angst habe, dich allein zu lassen."
Drei Sätze und die Angst und die Erinnerung an jenen Ort
jagen mir einen eiskalten Schauer über den Rücken.
"Ich kann ja nicht mal mehr mit dir streiten. Du bist ja schon vorbelastet.
Du musst deine Vergangenheit loslassen. Ich muss nur ein Wort sagen,
dass du mit irgendwas verbindest und ich habe eine ganze Lawine zum Einsturz gebracht."
Ich weiß gar nicht
ob ich woanders hinwill
oder hier einfach nur wegmuss
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