Sonntag, 28. April 2013

Da war er, dieser Moment. (Absturz, Tag 0 - Achtung, halber Roman!)

"Ich muss dir leider sagen....", eiskalt und wütend zugleich gleiteten diese Worte langsam und hart aus seinem Mund. "...das unsere Beziehung hiermit inoffiziell gescheitert ist." Da waren sie. Die Worte, die ich seit Monaten gefürchtet hatte. Es war mitten in der Nacht. Es regnete zwar nicht, aber ich stellte es mir vor. Ein Riss durchzog meine Lunge. Das Atmen fiel mir schwer und doch sagte ich nichts. Ich konnte nichts sagen. Ich schirmte mich ab, wurde selbst eiskalt und emotionslos, und leer. Irgendwann, die Zeit blieb stehen, stand ich auf. Die partywütigen Nachbarn gaben ihren Rest dazu. Musik hallte knallend laut durch die Wände. An schlafen war nun nicht mehr zu denken. Ich fasste einen Entschluss: Ich fing an meine Sachen zu packen, die Klamotten zusammenzuräumen und mich anzuziehen. Ich wollte raus - an die frische Luft. Nicht mal das gewährte man mir. Er drohte mir, mitzukommen und gar meine Mutter aufzuwecken, die am nächsten Morgen einen wichtigen ersten Probearbeitstag haben sollte für einen Nebenverdienst. Ich war gezwungen in der Wohnung zu bleiben. Fühlte mich eingesperrt, wie schon lange nicht mehr. Die Welt schaltete sich in dem Moment für mich ab. Ich saß in der stockdunkelnen Küche, qualmte eine nach der anderen und sah aus dem Fenster. Ich schloss langsam mit mir selbst ab. "Psycho, unreif, kleines Kind" warf man mir an den Kopf. Die Zeit verstrich nicht. Ich schlich mich ins Bad, sah nichts, fühlte nur die Klinge auf meiner Haut, den kurzen brennenden Schmerz, der verblasste. 
Er war mittlerweile eingeschlafen - in meinem Bett. Zwei Uhr nachts nahm ich eine Decke, zog mich nicht mal mehr aus und legte mich halb auf's Bett. Irgendwann schlief ich ein und wachte morgens um halb 7 wieder auf. Stand auf. Schlief in der Küche auf dem Stuhl ein. Um 8 legte ich mich auf's Sofa im Nebenzimmer. Mir war kalt. Mit seinem Shirt unter der Nase verfiel ich erneut in den Schlaf. Obwohl mir sehr nach weinen war, konnte ich es nicht. Ich selbst war kalt. Ich kannte mich nicht. Ich fing an zu träumen und hatte einen schönen Traum. Ich träumte davon mich wieder mit ihm zu vertragen, das doch noch alles gut wird - aber selbst im Traum spürte ich, dass ich das gerade nur träumte und aufkeinenfall in die harte Realität zurück wollte. Aufeinmal riss mich jedoch jemand aus meinem Traum - oder träumte ich? Ich spürte Hände, die nach mir griffen, die mich hochheben wollten, die es ohne Hilfe nicht schafften. Ich hielt mich an dem fremden Körper fest und wurde dann mit einem Ruck hochgehoben. Fühlte mich schweben. Erst als ich in meinem eigenen Bett landete, Arme mich hielten und ich mich an ihnen anschmiegte, wusste ich, dass er es war, der mich gerade von einem Zimmer in das andere getragen hatte. Ich wusste, es wird nie wieder so sein wie es mal war und ich schmiegte mich gerade zu lechzend und verzweifelt in diese warmen Arme. Erneut schlief ich ein. 

Alles, was wir hatten ist nicht mehr da.
Da ist jetzt nur noch dieser Schmerz.


Als ich aufwachte lag ich noch immer neben ihm. Aber nicht mehr in seinen Armen. Traurig sammelte ich mich und schlich mich in die Küche. Meine Beine wollten mich nicht mehr tragen. Ich fühlte mich komplett ausgebrannt. Für mich war diese Beziehung beendet, nachdem er sie beendet hat und ich seine Worte vollkommen ernst nahm. Selbst er war eiskalt zu mir. Inzwischen waren wir beide wach. Meine Mutter kehrte zurück und war überglücklich, die Stelle bekommen zu haben um ihren Auszug damit finanzieren zu können. Wir dagegen waren am Boden zerstört. Wir redeten miteinander. Spekulierten über das Ende nach. Wie es dazu kommen konnte. Meine Vergangenheit ist es. Ich kann mich nicht Menschen gegenüber öffnen. Ich wirke eiskalt und habe Probleme, meine Gefühle zuzugeben. Selbst bei ihm. Ich verletze somit die Menschen, die mir eigentlich nur helfen wollen. Ich sah es ein und entschied mich für eine Therapie. Aber seiner Meinung, will er das nicht, er will, dass ich alleine etwas tu, um selber klarzukommen. Nur wie? 

Wir gingen raus. Ich machte mich nicht einmal hübsch, sondern ging so hinaus, wie ich aufgewacht bin. Obwohl ich nicht mal ungeschminkt zum Mülleimer gehe. Es war mir eben alles egal. Es fühlte sich merkwürdig an neben ihm zu gehen, ohne seine Hand zu halten. Ich führte ihn zu meinem Lieblingsplatz, zu einer alten Burg. Wir setzen uns auf einen Steinblock. Merkwürdig neben ihm zu sitzen, ihn nicht zu umarmen oder gar zu küssen. Ein paarmal rutschte ihm "Schatz" raus, korrigierte sich danach aber sofort, manchmal aber merkte er es selbst nicht. Er sagte, dass er mich nach wie vor lieben würde und ich die Einzige und Letzte bleibe, mit der er sich eine Zukunft vorstellen könnte. Aber selbst Freundschaft käme nicht infrage. Wir alberten zwar für einige Momente herum wie Freunde, ich plückte ihm eine Tulpe, er zog mich zur Seite sobald Hundehaufen oder Glasscherben auf meiner Seite des Weges waren und wir unterhielten uns normal. Dennoch lag diese verzweifelte Sehnsucht nach dem anderen in der Luft. Er sagte, dass ich selbst ungeschminkt hübsch aussehe, obwohl ich mir selbst wie eine wandelnde Leiche vorkam. Er stand da, sagte dies und lächelte schüchtern. Mein eiskaltes Herz rutschte mir in die Hose bei diesem Anblick und ich versuchte sofort abzulenken. 


 Komm mir nicht zu nah. Sonst tu ich dir unabsichtlich weh. 

Es wurde langsam kalt und wir gingen zurück. Zuhause angekommen, noch immer zu keinem endgültigen Entschluss gekommen was aus uns nun wird, kam ihm womöglich ein Gedankenblitz vom Tag vorher. Eine Wimper sei länger als die anderen und die muss weg. Als ich ins Zimmer ging, nahm er schon etwas von meiner Kommode, umschlang mich mit seinen Armen, zog mich aufs Bett und hielt meinen Kopf in seinem Schoss gefangen. Ich sah die Pinzette in seiner Hand und wollte schnellstmöglichst die Flucht ergreifen! Aber ziemlich unmöglich. Er wollte, dass ich ihm vertraute. Diese Wimper störte ihn nun, auch wenn ich sie selbst nicht sah. Er zählte ab, hielt die Wimper mit der Pinzette fest und bei "Drei" zog er sie raus. Ein kleiner Schmerz durchzog meine Augen und ich schmollte. Da war er, der Moment. Er küsste mich auf die Stirn. "Warum küss' ich dich überhaupt...", nuschelte er leise. Die Zeit blieb stehen. Er sah mich von oben herab an und fragte mich, was denn nun sei. Dann küsste er mich. Wir lehnten uns gleichzeitig an den anderen an und ich öffnete mich. Sagte ihm, dass ich nicht will das es so verbleibt, wir keine getrennten Wege gehen. Das ich ihn ganz will und nicht nur ein Stück, bezüglich der Freundschaftsfrage. Er mich nicht aufgeben darf. Wir verblieben so, wie es anfing: mit einem Kuss. Und das sollte die Antwort gewesen sein. Wir geben nicht auf. Wir sind bereit zu kämpfen. Um uns, um unsere Beziehung.

Dieser Moment ist es gewesen. Meine Augen sind klar nach vorne gerichtet. Ich habe verstanden, dass ich mit mir selbst klarkommen muss, um richtige zwischenmenschliche Beziehungen zu führen. Vorallem muss ich seine Hilfe annehmen, mich ihm öffnen. Meine Gefühle offenbaren. Und wir müssen reden. Es darf nichts tot geschwiegen werden. So auch die neuen Schnitte auf der Haut. Ich war ehrlich zu ihm. Auch wenn er es nicht versteht, bin ich froh, dass er dennoch bei mir bleibt. Außer ihm bleibt mir niemand. Meine Mutter vertreibt mich aus der Wohnung. Sie hat nun die finanziellen Mittel ihr eigenes kleines Reich zu finden und ich? "Such dir nen' Job", hieß es nur. Das werde ich tun. Selbst wenn ich Angst habe. Angst, es nicht allein zu schaffen. Angst, in der Einsamkeit unterzugehen. Ich werde von heute auf morgen endgültig gezwungen, auf einen Schlag erwachsen zu werden. Und hey, irgendwo haben sie alle Recht. Mit fast 20 Jahren sollte man reifer sein, als das, was ich bin. Trotzallem ist da diese Angst. Aber ich mache weiter...wie sonst auch.
Nur heute bin ich zu müde. Müde für alles. Nur heute. Ab morgen wird alles anders. Ich versprech's
.

Freitag, 26. April 2013

Wortfetzen der letzten Wochen.

"Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr..",  
"Du weißt das ich dich über alles liebe, oder? 
Du weißt auch das ich dir niemals in den Rücken fallen würde, oder? 
Aber ich würde dich noch heute Nacht direkt in die Klinik rüberbringen, 
weil ich Angst habe, dich allein zu lassen." 
Drei Sätze und die Angst und die Erinnerung an jenen Ort 
jagen mir einen eiskalten Schauer über den Rücken.

 "Ich kann ja nicht mal mehr mit dir streiten. Du bist ja schon vorbelastet. 
Du musst deine Vergangenheit loslassen. Ich muss nur ein Wort sagen, 
dass du mit irgendwas verbindest und ich habe eine ganze Lawine zum Einsturz gebracht."


Ich weiß gar nicht 

ob ich woanders hinwill

oder hier einfach nur wegmuss   






Sonntag, 31. März 2013

Eigene Wohnung. - Fragen.

Es hat mächtig gekracht hier heute. Wer glaubt, der Stress sei bis morgen vergessen; dem ist nicht so. Diesmal war es wirklich hart. Ich hatte mich so richtig mit meiner Mutter in den Haaren. Es ging um sovieles. Sie hat mir einiges an den Kopf geworfen, zurecht, sagt sie. "Wir brauchen beide unsere getrennten Wohnungen", kam sie mir heute mehrmals. Da kann ich ihr nur zustimmen, Abstand täte uns gut! Diesen Monat ist sowieso alles anders geregelt. Ich muss für mich alleine einkaufen, kochen, und selbst den Haushaltskram einkaufen. Jede von uns hat ein eigenes Regal in der Küche und ein eigenes Fach im Kühlschrank. Keine darf an das Zeug von der anderen gehen. Da ich sowieso wenig esse, kann ich schonmal an einigen Ecken sparen. Man kann eigentlich sagen, es ist genauso wie in einer WG. Nur eben mit der eigenen Mutter. Da wir sowieso Anfang des nächsten Jahres aus der Wohnung rausmüssen, wegen der Mieterhöhung, ergibt sich die Möglichkeit sich eigene Wohnungen zu suchen. Für sie kein Problem. Aber wer spricht mit mir ab, wie das finanziell bei mir, was und wie ,möglich wäre? Ich muss das alleine auf die Kette kriegen. Muss mir wohl einige Nebenjobs neben der Schule suchen. Das ist ja nicht einfach mal, zack, Wohnung gefunden. Neeee. Was ist mit der Ersteinrichtung? Wie ist was zu schaffen? 

Wie schonmal angedeutet, legt es sich nahe mit dem Freund zusammenzuziehen. Man teilt sich die Miete. Aber nach mehr als einem Jahr (ab dem Zeitpunkt gerechnet) schon zusammenziehen? Ich war immer der Meinung, mindestens fünf Jahre zusammensein und dann kann man schon etwas planen. Meine Frage jetzt: Hat wer Erfahrung? Eigene Wohnung? Was ist machbar? Evtl auch mit dem Freund? 

Auch wenn mir der Gedanke nicht gefällt, eben mal an mich zu denken, und ich über die Beziehung zwischen meiner Mutter und mir echt traurig bin, aber eben auch nichts dran zu ändern ist..... Wir saßen noch nie an einem Tisch und haben normal und vernünftig miteinander geredet. Sowieso.... wenn ich sie alleine lasse, lästert sie bei ihren Telefonfreundinnen über mich ab, was für eine schlechte Tochter ich bin! So ist es und wird es bleiben!

Freitag, 22. März 2013

please, don't leave me alone, my thoughts would kill me

Ich werd paranoid. Bekomme panische Angst bei so absurden Vorstellungen. Das Bett könnte mit mir in Flammen stehen, während ich schlafe, weil sich die Steckdose mit dem Akkuladegerät entzündet. Die Badewanne könnte einen Stock tiefer krachen, weil das Gewicht des Wassers und das Gewicht von mir nicht mehr zu tragen ist. Das hört sich vollkommen verrückt an, aber in solchen Momenten rast mein Herz. Bin ich am Rand des Wahnsinns? 


Seit meinem letzten Rückfall ist es vermehrt zu weiteren gekommen. Ich werd mir einigen Dingen stetig bewusst, dass sie wirklich passiert sind. Dinge, die ich jahrelang verdrängt habe, um daran nicht zu sterben. Vielleicht ist das gut. Vielleicht kann das ein Heilungsprozess werden - das ich nicht lache, da lach ich doch glatt über mich, ich steiger mich rein, und halte mich an Strohhälmchen fest, die eigentlich gar nicht vorhanden sind. Genau das passiert, was ich durch das Verdrängen verhindern wollte. Ich ankere etwas in mir fest, etwas was es eigentlich nicht gibt. Nicht mehr. Das ist das Grausamste - nichts ist mehr da. Nur die Erinnerung, der Schmerz, und der Teil, der in mir verfallen ist.

Montag, 18. März 2013

Wishes.

Ich will meine Welt verändern. Ich will neu anfangen. Ich muss neu anfangen, um meine Welt zu verändern. 
Ich will einen Anfang finden. Ich will einen faulen Schritt nach vorne wagen. 
Ich will so unendlich viel Schönes. 
Ich will glücklich und mit mir im Reinen werden. 
Ich will die Ängste beiseite schieben. 
Ich will dieses ungute Gefühl im Bauch wegschieben. 
Ich will ein ganz neues Leben.

Donnerstag, 14. März 2013

Rückfall.


Da halte ich solange durch und nur ein steigender Wutausbruch bringt das Gleichgewicht zum fallen. Zuerst wurde ich rückfällig, hab mich versagerisch geschnitten und dann weiß ich nicht mehr die Mauer zu halten. Alles kam raus. Ich war so richtig aggressiv und gleichzeitig hätten die Tränen laufen können. Ich nahm meine Umgebung nicht wahr, fühlte nur die Wut in mir. Im Laufe des Tages verschwand dieser Zustand und es normalisierte sich. Ich wurde wieder zu dem stillen Menschen und "Hey, mir gehts bestens!"

Um ehrlich zu sein, war das neu. Die Wut, normal. Für ein paar Minuten, auch. Aber nicht stundenlang. Allerdings habe ich jetzt ziemlich viele Dinge zu klären. Nur wegen diesem scheiß Rückfall! Ich kann nicht mal garantieren, dass es die nächsten Tage und insbesondere heute Nacht nicht mehr passiert...... Da hat vielleicht eine Person wirklich recht, auch wenn ich das nie zugeben würde. Unter Beobachtung stehen, das ist nichts für mich! 


"Das macht mich jetzt traurig"
Hm. -Stille-
"Am liebsten wäre mir, du seist heute Abend bei mir"
Hm. -Schweigen-
"Da habe ich dich unter Kontrolle, unter Aufsicht"
Antwort: Nä.
"Wer weiß ob es nicht wieder so ist. Heute Abend, morgen, und drüber hinaus"
 
..... 




Zuhause ist da, wo dein Herz ist.

Ich bin verdammt froh ein Dach über dem Kopf zu haben. Im Winter bei Minusgraden. In den Sommernächten, wenn es wirklich kühl wird. Als ich eben mit dem überdimensionalen großen Pulli meines Freundes und noch zwei weiteren darunter durch die Nacht nachhause gelaufen bin, ist die Erinnerung zurückgekehrt, wie verloren ich mich fühlte, als es nicht so war. Nicht nur die Erinnerung, sondern auch das Gefühl, verloren zu sein, kehrte wieder. Vorallem die Kälte ist schlimm. Immer zu frieren, zu wissen, nirgendwo hat man ein Zuhause, nirgendwo ein eigenes warmes Bett. Nein. Es bleiben die Treppenhäuser einzelner Häuser, dessen Quartier steinhart und nicht gerade wärmer als draußen ist. Es bleibt die Flucht und die Suche nach einem Zuhause. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, habe ich zwar ein Dach über dem Kopf, aber kein Zuhause. Das wichtigste jedoch zurzeit ist, dass ich nicht mehr frieren muss und jedesmal wenn ich im Doppellagenlook das Haus verlasse, kriecht mir die Eiseskälte den Rücken hinauf, weil ich genau weiß wie's war, nie mehr sein wird, die Erinnerung mich nicht loslässt.