Das Handy ist aus. Ich hab mich abgekapselt. Die Vorwürfe, die ich mittlerweile an den Kopf geworfen bekomme, sind zuviel aufeinmal. Zuerst fing mein Freund mitten in der Nacht an rumzustressen, verließ das Haus, um 15 Minuten später wieder mit einem schlechten Gewissen aufzutauchen. Nur weil ich noch nicht bereit war, mit ihm zu schlafen und mich von ihm wegdrehte. Er kann es nicht verstehen. Heute Mittag erfahre ich, dass es in meinem frühreren Elternhaus drunter und drüber geht. Das nichts so läuft, wie es laufen sollte. "Du musst kommen. Öfters", erklang die verweifelte Stimme meiner kranken Oma in meinem Ohr. Ja, muss ich und ich bereue es, dass ich es monatelang nicht getan habe. Es gab einen Todesfall in der Familie, der mich aber sonderlich wenig interessiert, weil meine Stiefmutter einfach zum kotzen ist. Und das finde nicht nur ich. Seit sie in meinem Elternhaus mit meinem Vater und meiner Oma wohnt, ist die Kälte über diesen Ort hergefallen. Mein Vater kann sich nicht durchsetzen, für meine Stiefmutter zählt nur das Geld und das Haus, was ihm gehört. Meine Oma wird ausgeschlossen, nicht akzeptiert, ihr wird nicht geholfen, obwohl sie es alleine nicht schafft und ich muss öfters an den Ort, an dem meine kindlichen Schreie noch immer durch die Wände hallen. Meine Stiefmutter will mich rausekeln, will keinen dort haben, auch nicht mich, wahrscheinlich nicht mal meinen Vater. Und das tut mir weh. Es tut mir weh, für diesen besonderen Baum der im Garten steht, den er gepflanzt hat; weil diese Geste die er beinhaltet, nicht ihr gilt. Es tut mir weh, für meine Oma, die mich sehr vermisst und die alten Zeiten in diesem Haus vermisst, als noch die Sonne gestrahlt hat und Leben dort war, jedenfalls meistens. Es tut mir weh, selbst für meinen Vater, der für meine Schreie verantwortlich war, ich mich nicht entscheiden kann, ob ich ihn manchmal doch brauche oder ich drauf scheißen kann. Ich muss dorthin, aber bevor ich diese Straße entlang gehe, werde ich auf dem Friedhof gehen, ihn besuchen und ihm alles erzählen. Vielleicht werde ich weinen. Wenn ich kann.
Mein Freund schiebt eine Eifersuchtsszene nach der anderen, übertreibt es maßlos und möchte, dass ich mich von meinem Ex, meiner ersten großen Liebe, fernhalte. Selbst wenn, es bleibt immer ein Teil von der ersten großen Liebe in einem. Ich verstehe mich mit ihm gut, und das ohne Gefühle. Mein Freund sollte anfangen mir zu vertrauen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Meine beste Freundin betitelt mich als falsche Schlange und ich solle mit offenen Karten spielen. Ich schrieb ihr, wie sehr ich mir den Tod wünsche, dann können sie sich alle selbst mit ihren Problemen rumschlagen. Meiner Mutter ist das alles scheißegal und wär sie nicht da, würde ich mich einschließen und.... ich kann es nicht sagen. Mein Handy ist aus, mein Laptop gleich runtergefahren und mich können heute alle mal kreuzweise. Aber aufeinmal fühle ich mich so wütend, so wütend auf alles und jeden. Und so traurig.
ich wünschte
AntwortenLöschendu hättest ein schöneren sonntag.
ich hoffe deine schreie werden heute gehört,
wenn sie schon vor jahren als du kind warst, nicht gehört wurden.