Montag, 4. März 2013

The saddest part is that everyone thinks I'm happy.

"Unverstanden", war das erste Wort, was mir heute wie ein Geistesblitz einfiel, als ich nachhause kam. So fühlte ich mich auch. Und kaputt, kraftverlassen und überhaupt verlassen! Wie ein Häufchen Elend saß ich gestern Nacht auf der Couch meines Freundes, während die Vorwürfe und Sprüche nur auf mich niederprasselten. Ich spürte die Wut auf mich seinerseits und ich konnte in diesem Moment nichts richtig machen. Langsam krümmelte ich mich zusammen, zog Beine & Kopf ein, und saugte seine ganzen wütenden Worte in mich auf, die sich wie Messerstiche anfühlten. Ich wusste mir nicht zu helfen. Wusste nicht, was ich falsch gemacht habe, ob bloß meine Anwesenheit falsch war. Ob es nicht besser wäre, einfach unsichtbar zu sein. Es nützte alles nichts. Sein Zorn wuchs. Und die Antworten auf seine Fragen waren auch falsch seiner Reaktion nach. 


Da saß ich nun. Wie ein kleines Kind das ungezogen war. Ich fiel in mich zusammen. Wippte hin und her. Brachte nur noch die leisen Worte "Ist okay. Ist alles okay" heraus, bevor ich laut aufschluchzte, wimmerte und weinte. Die Tränen waren unaufhaltsam. Am liebsten wäre ich aufgesprungen, davongerannt, als er sich mir näherte und "Nein, nein, nein" wisperte. Er zog mich in seine Arme und ich fiel hinein. Immernoch die Beine angezogen und den Kopf gesenkt wie ein Sack. "Das wollte ich nicht", flüsterte er. Die Zeit zog sich wie ein Kaugummi. Meine Tränen wollten einfach nicht trocknen. Genauso wie die für mich erschreckenden lauten Schluchzgeräusche. Mein Zusammenbruch hatte das perfekte Timing gefunden. Genau dann, wenn ich es am wenigstens gebrauchen konnte. Nach einer Weile fand ich endlich abgehackte Worte. Wir redeten über die gesamte Situation, - meistens unterbrochen von erneuten Tränenausbrüchen. Ich fühlte mich mies und schwach. Aber auch so müde und kaputt. Er entschuldigte sich bei mir, er hätte wirklich maßlos übertrieben. Aber dieser Moment brannte sich in mich hinein. Irgendwas musste auch an mir verkehrt sein, warum ich ihn immer wieder dazu bringe, dass er seine Launen nicht unter Kontrolle hat. "Du bist so eine starke Frau, aber jetzt habe ich dich soweit gebracht, dass du weich geworden bist", und ja, es ist wahr. Ich konnte einfach unter diesen ganzen Vorwürfen dem Ganzen nicht mehr standhalten. Es war soviel mehr, was aufeinmal zusammenkam. Was mich zum verlieren brachte.


What's wrong?
It's not you. It's me.
 
Zuhause angekommen fühlte ich mich nicht besser. Der Gedanke festigt sich, dass ich nur ausgenutzt werde. Das die Situation hier nicht ganz in Ordnung ist. Am liebsten würde ich ausziehen, aber die finanziellen Mittel dazu fehlen mir. Geld steht hier an erster Stelle. Ich habe alles was ich brauche, auch wenn ich laut meinem Freund nur den "Schrott" habe, während meine Mutter den neuesten und besten Scheiß besitzt. Damit sich meine Mutter nicht alleine fühlt, und da ich die Einzige bin, die sie hier hat, bin ich da. Das zieht mich auf irgendeine Weise runter. Weil ich so nicht an mich denken kann. Weil ich so nicht einmal egoistisch sein kann. Psychisch gesehen fühle ich mich Zuhause einfach nur scheiße. Eigentlich will ich hier keine Zeit mehr verbringen, nur wenn ich alleine bin. Daher versuche ich die meiste Zeit, während meine Mutter Zuhause ist, nicht hier zu sein. Schon traurig so ein Familienleben. Die Familie zerstreut in ganz Deutschland, kaum Kontakt, auch wenn ich es mir wünschen würde. Aber was ich will, interessiert ja kein Schwein!
Ich will hier weg. Ich will hier raus. Das ist das Einzige was ich weiß.

2 Kommentare:

  1. Momentan gehe ich auch meinem Freund allein durch meine schlechte Laune auf den Sack. Was waren denn das für Sprüche/Vorwürfe? Was hat er genau gesagt?

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  2. Und ja, offene Gespräche kommen leider wirklich selten gut an :( meine familie blogt immer total ab.

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