Glaubt man tatsächlich das sich die Welt bei einem übernatürlichen schönen Moment stehenbleibt und auf einen wartet? Nein, sie dreht sich weiter und weiter. Und wer nicht mit ihr geht, bleibt bei dem Moment hängen und wartet, geht nicht mit.
Ja, ich war bei Ihr. Ich habe sie wiedergesehen. Aufeinmal stand ich da, in ihren Armen, habe gezittert und mich an Ihr festgekrallt, bin fast umgefallen, konnt nicht mehr stehen. Es war wie ein Traum. Sie hat mich angelächelt und gelacht, mich angestarrt, konnt es auch nicht fassen. Ihre Augen, ich schau weg, sonst wär ich in ihnen versunken. Diese Tage werde ich nicht vergessen. Einmal weil sie so schön waren, aber auch traurig. Ich wusste vorher schon, dass Ihr Herz nicht mir gehört sondern einer Anderen. Als wir bis in die Nacht gefeiert haben, hat Sie die Andere immer wieder angeschaut, mich dabei angelächelt. Mir stolz erzählt, dass da was gelaufen ist, doch die Andere nichts mit Frauen anfangen will. Sie ist verliebt und während sie mir das erzählte, musste ich lächeln. Meine Welt zerbrach in tausend glitzernden Scherben, während ich sie anlächeln musste. Und obwohl ihr Herz einer Anderen gehört, hat sie mich tausendmal berührt, mich eng umarmt, mich direkt neben den Mund geküsst, meine Hand genommen und mit mir Hand in Hand mitten in der Nacht heim gelaufen. Es war wie damals. Sie hat mich gefragt, ob sich das gut anfühlt, ich habe es bejaht. Doch dann hab ich alles nicht mehr ausgehalten. Der Gedanke, dass sie nicht weiß wie ich fühle, der Gedanke das sie mit der Anderen was hatte, der Gedanke, dass ich alles runterschlucken musste... es kam über mich, bin fort, in die Toilette, habe geweint, keine kristallklare Tränen, sondern rote... es hat nicht aufgehört, ich hab geflucht, bin raus, gelächelt und hab mich wieder hingesetzt.
Mein Wunsch, sie zum letzten Mal wiederzusehen, wurde erfüllt. Das macht mich glücklich, auch wenn die Dinge irgendwie doof verlaufen sind. Jetzt muss ich loslassen... aber kann ich das? Ihr Lächeln kreist dauernd vor meinen Augen herum. Ihre weichen Lippen, die sich auf meine Haut drückten, spür ich immernoch. Es ist alles vorbei. Hätte gar nicht erst fahren dürfen, hätte erst gar nicht diese alten Gefühle zulassen dürfen, es hat mich aus der Bahn geworfen, jetzt ist mir alles egal. Egal, ob ich mich zerstöre. Feine Striche zieren den Arm. Es ist egal. Aber die Welt dreht sich weiter und ich darf nicht wieder warten. Ich muss mit ihr gehen, doch irgendwie klebe ich hier fest. Ich klebe an dem Wochenende fest. An diese Nacht.

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