Montag, 23. Januar 2012

Was ist das zwischen uns, frage ich mich.

Montag Mittag. Ein neuer Schultag. Habe verschlafen, gerade noch rechtzeitig geschafft. Später mit C. getroffen. Irgendwie kamen wir auf dich zu sprechen. "Heute kann er sehen, was er verpasst hat", sagt sie. Als ich sie fragend anblickte, sagt sie; "Weil du heute gut aussiehst." Ich bedanke mich bei ihr und fühle mich ein bisschen besser. Kurz nachdem der Unterricht angefangen hat, und ich wusste, dass du später kommst - wie immer, kamst du. Ich drehe mich zur Tür um, schaue dich an und in dem Moment treffen sich unsere Blicke. Du gehst an mir vorbei, setzt dich zwei Plätze von mir entfernt hin. Irgendwann hast du dich zu mir gebeugt. Ich dreh mich zu dir um. Wir schauen uns an. Du grinst und sagst: "Hey." Ich sage dir auch Hi. "Alles klar?" fragst du, lächelst, klimperst mit deinen Augen und ich werde schwach. Ich drehe mich wieder zu dem Computer und versuche, ihn irgendwie zum Laufen zu bekommen. Du merkst es, kommst zu mir, bist neben mir und gibst in den Computer meinen Vor und Nachnamen ein. Deine Nähe macht mich verrückt, wusstest du das? Du gehst wieder auf deinen Platz und ich kann mich kaum auf den Unterricht konzentrieren. Ich spüre deine Blicke, wenn du dich umdrehst. In der Pause gehe ich runter, eine rauchen. Nach einer Weile tauchst auch du auf. Stellst dich neben mich, schaust mir in die Augen und lächelst. Du sagst, dass ich heute gut aussehe. Wenn du nur wüsstest, wie schöner es dich macht, wenn du lächelst. Wir amüsieren uns mit den Anderen, aber mein Blick schweift manchmal deinen. Die Zigarette ist aus, wir gehen wieder hoch. Es ist kalt draußen. Im Flur sagt C. zu mir, dass du mich kaum noch anschaust, aber ich sehe das anders wie sie. Ich bemerke deine Blicke, auch wenn sie manchmal nur kurz sind. Zur Bestätigung schaue ich nach ihren Worten zu dir und in diesem Moment schaust du mich auch kurz an. Als würdest du selbst fühlen, dass ich dich auch anschaue. Ich kann die Augen nicht von dir lassen. Im Unterricht schreibe ich zwei Tests, du läufst zum Waschbecken, das tust du oft. Du schaust mich an, beugst dich zu mir und fragst, was ich mache. Verschwindest gleich darauf wieder. Als ich fertig bin und ich mich wieder auf meinen Platz setze, kommst du oft an unserem Tisch vorbei, bleibst stehen, gehst wieder, schaust mich manchmal an. Du machst mich wahnsinnig. Du bist so nah, aber auch so fern. 

  
Dann ist endlich die Schule aus, und ich gehe mit den Anderen in Richtung Bahn. Du gehst noch ein Stück mit, verschwindest dann aber wieder zu den Kerlen. An der Bahn treffen wir uns wieder, dein Blick trifft wieder meinen. Wir fahren zusammen zum Hauptbahnhof, warten dort auf deinen Zug, der 10 Minuten früher als meiner fährt. Du beschwerst dich wieder, dass ich immer so ruhig bin. "Du bist privat anders als in der Schule." sagst du. "Liegt vielleicht an dem Wort. Schule." sage ich und du gibst mir Recht. Gibst dich damit erstmal zufrieden. Manchmal bist du mir mit deinem Gesicht sehr nahe und redest so mit mir. Du sagst, dass ich so verträumt schaue und fragst, wovon ich träume. "Zuckerwatte" sage ich und du glaubst mir nicht. Ich grinse. "Den ganzen Tag?" fragst du unglaubwürdig und ich sage, jeden Tag und jede Stunde. Du sagst, dass ich mir die Zuckerwatte auch einfach kaufen könnte und ich verneine dies. Überlege, ob ich dir sagen soll, dass du die Zuckerwatte für mich bist, aber ich trau mich nicht. Ich habe Angst vor deiner Reaktion und die Antwort darauf kenne ich sowieso schon. Du willst keine Beziehung und bist für die Liebe nicht zu haben. Aber dann frage ich mich, warum du dich so verhälst... Wir setzen uns in Bewegung, denn dein Zug fährt gleich. Als wir an deinem Gleis ankommen, stellst du dich vor mir hin und sagst; "Jetzt müssen wir uns verabschieden" und ich will nicht. Du sagst, dass du dich aber nicht verabschieden willst und ziehst einen süßen Schmollmund. Ich sage, dass du lügst und du sagst; "Boah" und lachst. Dann umarmst mich, ganz feste, erdrückst mich fast. "Das brauchst du manchmal, oder?" sagst du, und dann umarmst du mich normal, sanft. "Bis Morgen" sagst du. Ich lächle und sage "Wenn ich nicht verschlafe.", du schaust erschrocken und sagst, dass das fies wäre. Du musst los. Gehst auf dein Gleis und ich auf meins. Ich schaue dich noch lange an, heimlich. Dann bist du weg. Montag Abend. Und ich zittere schon den nächsten Tag entgegen. Jeder Tag kann anders laufen. Jeder Tag läuft anders. Mit dir und mir. Jeder Tag kann der Letzte gewesen sein. Und ich wünschte, ich könnte mal alleine mit dir reden. Könnte dir sagen, dass ich mich in dich verliebt habe, aber es nur mal sagen wollte, weil ich weiß, dass es nix ändert. Aber dann wär es raus und du wüsstest Bescheid und vielleicht distanzierst du dich dann. Vielleicht wird es dann besser. Vielleicht kann ich mich dann endlich entlieben. Denn du tust mir nicht gut. Ich hab mein kleines kaputtes Herz an dich verloren.

1 Kommentar:

  1. Deine Texte sind so verdammt gut :o Sie treffen es immer auf den Punkt genau !

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