Freitag, 23. Dezember 2011

Umgedrehte Welt.

Seitdem ich nicht mehr soviel essen kann, habe ich ganz schön abgenommen. Als ich gestern Abend auf die Waage stieg und die Zahl sich in mein Augenlicht gebrannt hat, hats mich fast umgehauen. 54,5 kg. So wenig habe ich noch nie gewogen. Manchmal sage ich wirklich, ja ich bin dünn. Aber manchmal schau ich länger in den Spiegel und denke doch wieder, "an machen Stellen hast du ein wenig zuviel" ... und ich vergleiche mich. Mit anderen großen Mädchen, die dünner sind als ich. Aber eigentlich esse ich gerne, wirklich. 

Warum ich das erwähne? Weil alles so verdreht ist.
Seit Samstag war er 4x bei mir. Wir haben uns wieder geküsst und er hat mich berührt. Hat wieder sooft gesagt, wie wunderschön ich bin und er süchtig nach meinen Lippen wär. Er hat sogar geweint, weil er meinte, dass ich ihm langsam wichtig werde & er merkt, wenn etwas nicht stimmt. Er denkt, ich hungere. Er denkt, ich würde im Hungern drinstecken. Er beobachtet mich wenn ich etwas esse, erwähnt es. Er hat gefragt, ob ein Sex freiwillig war. Er macht sich Gedanken, sagt, ich solle mir nicht immer einreden das ich hässlich wär, dass ich keinen Grund habe das zu sagen. Er sagt, wenn ich irgendwas hätte, egal was, könnte ich zu ihm kommen. Das ich mir seine Worte merken soll: schön, schlank, hübsch. Und bei ihm läuft es nicht gut. Seit einer Woche ist er alleine, schläft auf der Couch. Zieht aus der gemeinsamen Wohnung mit seiner Freundin. Packt seine Sachen und geht. Dennoch kann man nicht sagen, ich kann mir Hoffnungen machen. Weil es auch nur sein kann, dass er mich ins Bett kriegen will. Aber er ist dennoch eifersüchtig wenn mich andere Männer anschauen. Es ist alles so verdreht. Was das Schlimmste dabei ist? Das ich ihn vermisse. Er hat mich als Hintergrundbild auf seinem Handy, sagt, ich fühle mich gut an... berührt mich auf die Art, wo ich mich wieder bedrängt fühle. 
Und ich denke mir; hat das alles überhaupt einen Sinn?




Morgen kommt meine Schwester. Bleibt bis zum Montag, an dem er wieder zu mir kommt. Diese Weihnachtsstimmung. Ich kann mich nicht entscheiden, wie ich mich fühlen soll. Der Druck ist stärker geworden, weil ich nicht weiß in welche Richtung ich mich drehe. Die Sache ist, ich tue das alles nicht weil es... um etwas bestimmtes geht. Die Selbstzerstörung treibt mich voran. Ich will mich so sehr zerstören, so ein Hass in mir, den niemand bemerkt. Aber wenn ich es wieder tue, mir ins Fleisch schneide.... das bleibt wenigstens nicht von ihm unbemerkt. Und auf seine Fragen hätte ich keine Antwort. & warum denk ich überhaupt darüber nach? Ist das so wichtig? Sternenstaub verteilt sich in dieser Nacht. Wie gern würde ich jetzt wieder was rauchen, einfach nur wieder mit dem Gedanken beschäftigt zu sein, dass dieses Gefühl weggehen soll. Mit nichts anderes. Denn es tut gut, einfach nur da zuliegen, in seinen Armen, während er seine Lippen auf meine Stirn legt, diese Stelle küsst, über meinen Kopf streicht, mich berührt. Auch wenn ich mich alles andere als frei fühle.

An Heiligabend und am 2.Weihnachtstag gibt es Alkohol. Sauf ich mir die Gedanken weg.
Drogen, Alkohol, Schnitte; tief ins Fleisch, weniger essen, den Hang zur Gefährlichkeit.....
alles nur, damit ich mich irgendwann in Luft auflöse. Selbstzerstörung.
Nein. Ich bin nicht stolz.
Gedanken.



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